Was sich schon vor Tagen abzeichnete, ist nun definitiv: Das Zivilstandsamt Grenchen wird aufgehoben und mit dem Zivilstandsamt Solothurn zusammengelegt. Das hat der Regierungsrat am Dienstag beschlossen.

Gleichzeitig wird auch das Zivilstandsamt Bucheggberg-Wasseramt umziehen. Dieses befindet sich bereits ab Mittwoch in der Stadt Solothurn und soll künftig - gemeinsam mit dem Zivilstandsamt Grenchen - in den Räumen des Zivilstandsamt Solothurn am Patriotenweg untergebracht werden.

Man profitiere von «Synergieeffekten», erklärt André Grolimund, Chef des Amts für Gemeinden, auf Anfrage. Mit der Zusammenlegung der drei Ämter spart der Kanton rund eine Viertelmillion Franken pro Jahr.

Kein Stellenabbau geplant

Die Gründe für die Zusammenlegung liegen gemäss Grolimund auf der Hand: Das Zivilstandsamt Bucheggberg-Wasseramt ist in der Stadt Solothurn nur wenige Hundert Meter neben dem Zivilstandsamt Solothurn untergebracht.

Und in Grenchen lohne sich der Betrieb des Zivilstandsamts schlicht nicht mehr - auch wenn dieses im Hôtel-de-Ville eingemietet ist. Den letzten Dolchstoss versetzte dem Zivilstandsamt die Schliessung der Geburtenabteilung und der Bettenstation im Spital Grenchen.

Damit ist den Grenchner Zivilstandsbeamten ein wichtiger Teil ihrer Arbeit weggebrochen: Sie mussten viel weniger Geburtsurkunden und Todesurkunden ausstellen als vorher. «Eheschliessungen bilden nur ein kleines Stück des Aufgabengebiets», erklärt Amtschef Grolimund.

Immerhin: Stellen werden nach der Zusammenlegung der Zivilstandsämter keine abgebaut. Am Solothurner Patriotenweg werden sich ab Januar 2015 sieben Mitarbeiter 400 bis 500 Stellenprozente teilen.

In Grenchen bedauert man die Schliessung des Zivilstandsamts. Trotzdem steht Stadtpräsident François Scheidegger derzeit Gewehr bei Fuss, wie er am Samstag gegenüber dieser Zeitung durchblicken liess.

Der Grund: Nur zwei Mitarbeiter sind von der Verlegung nach Solothurn betroffen. Ein Trostzückerchen hält Amtschef André Grolimund für Grenchner Heiratswillige noch bereit: Trauungen sollen in der Uhrenstadt weiterhin möglich sein - «vorausgesetzt, die Stadt stellt dafür das bisherige Trauzimmer zur Verfügung», so Grolimund.

Nach dieser Rochade gibt es im Kanton Solothurn nur noch vier Zivilstandsämter: In Balsthal, Dornach, Olten und eben in Solothurn. Weitere Zusammenlegungen sind derzeit nicht geplant.