Solothurn
Auch die Solothurner sollen ab 2014 Schild(er)bürger werden

Der Kanton Solothurn ist einer der Letzten: Einer der wenigen Kantone, die entlang «ihrer» Autobahnen keine der braunen touristischen Hinweisschilder aufgestellt haben. Das soll sich 2014 ändern.

Urs Mathys
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«Wir sind dran»: Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus, setzt auf die geplanten touristischen Hinweisschilder.

«Wir sind dran»: Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus, setzt auf die geplanten touristischen Hinweisschilder.

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Ausgerechnet Solothurn, der Kanton, der mit der Kreuzung von A1 und A2 das Kreuz als europäische Nationalstrassendrehscheibe hat, preist seine Sehenswürdigkeiten entlang von A1, A2 und A5 bisher nicht an. Jetzt endlich soll der weisse Fleck auf der Landkarte der braunen touristischen Signalisationen zum Verschwinden gebracht werden.

«Wir sind dran», bestätigt Jürgen Hofer, Direktor von Region Solothurn Tourismus. «Demnächst soll eine Begehung der möglichen Signalisations-Standorte stattfinden, zusammen mit Vertretern des Kantons und des Astra, des Bundesamtes für Strassen», so Hofer.

«Willkommen im Kanton Solothurn», werde die mit passenden regionalen Bildsujets geschmückte Botschaft sinngemäss lauten, die an den Autobahnen im Grenzgebiet aufgestellt werden sollen. Sobald das Astra die Standortgesuche abgesegnet hat, soll es nach dem Willen von Hofer rassig vorwärts gehen: «Wir gehen davon aus, dass die Tafeln Anfang 2014 aufgestellt werden können».

Mehrere Anläufe gescheitert

Alles andere als rassig verlief die Vorgeschichte: Das Bemühen um derartige Signalisationen dauert bereits über zwei Jahrzehnte. Schon Hofers Vorgänger Erich Egli hat sich immer wieder vehement in dieser Sache engagiert. Fehlende finanzielle Mittel, mangelnde politische Schützenhilfe für die Forderung oder kleinkrämerische regionale Animositäten brachten alle früheren Anläufe zum Scheitern. So letztmals im Vorfeld der Eröffnung der Autobahn A5 Solothurn-Biel im Jahr 2002.

Letzteres soll diesmal nicht mehr passieren: Deshalb ist das Vorhaben im Schosse der Dachorganisation Kanton Solothurn Tourismus vorangetrieben worden, wie Jürgen Hofer betont. Auch auf politischer Seite sei heute die nötige Sensibilisierung vorhanden: «Die Regierung hat die Bedeutung erkannt und Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler unterstützt das Vorhaben.»

Kosten: Gegen 200 000 Franken

So baut Jürgen Hofer darauf, dass dieses «wichtige Element der Tourismuswerbung» endlich den Durchbruch schafft. Und nicht zuletzt, dass die Finanzierung sichergestellt wird. Gemäss einer «groben Schätzung», so Hofer, ist mit Kosten von insgesamt 165 000 bis 200 000 Franken zu rechnen. Eine stolze Summe in Zeiten knapper Kantonsfinanzen. Denkbar deshalb, dass der durch Swisslos-Beiträge finanzierte kantonale Lotteriefonds als geeignete Quelle angezapft werden könnte.

Ein Problem stellt sich aber auch diesmal: Die äusserst komplizierte, verzahnte Solothurner Kantonsgrenze. Diese führt dazu, dass auf den Autobahnen - mitunter mehrfach hintereinander - solothurnischer Boden und dann wieder Gebiete der jeweiligen Nachbarkantone durchquert wird. Als Beispiel sei nur die A1 im Bipperamt/Wasseramt erwähnt. Eine echte Herausforderung also für die bevorstehende Signal-Standortwahl.

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