Egerkingen
Asylunterkunft Fridau wird vorzeitig geschlossen – Bartholdi ist zufrieden mit Betrieb

Da die Zahl der Asylgesuche rückläufig ist, stellt der Kanton den Betrieb der Asylunterkunft Fridau in Egerkingen deshalb vorzeitig ein.

Fränzi Zwahlen-Saner
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Die Asylunterkunft Fridau in Egerkingen wird vorzeitig geschlossen.

Die Asylunterkunft Fridau in Egerkingen wird vorzeitig geschlossen.

Die Zahl der Asylgesuche sinkt. Die kantonalen Durchgangszentren seien zurzeit noch zu 62 Prozent ausgelastet, meldet das Amt für soziale Sicherheit des Kantons Solothurn. Deshalb wolle er seine Strukturen in der Asylunterbringung weiter straffen. So schliesst er die Asylunterkunft Fridau vorzeitig per 30. Juni 2017.

Der Betrieb wäre bis Ende September möglich gewesen. Claudia Hänzi, Chefin des Amtes für soziale Sicherheit erklärt, dass es sich um 21 Personen handelt, die von der Fridau weg in den anderen Durchgangszentren in Oberbuchsiten, Selzach und auf dem Balmberg untergebracht werden. Momentan bietet der Kanton Solothurn 326 Plätze an.

In den Sommermonaten werden zwar wieder mehr Asylzuweisungen durch den Bund an die Kantone erwartet, jedoch sollten dann 260 oberirdische Plätze im Kanton ausreichen. Hänzi: «Wir verfügen im Kanton über nochmals 350 gute Reserveplätze, würde im Sommer ein Notfall eintreffen.»

Die Asylunterkunft Fridau war im Oktober 2014 gegen heftigen Widerstand der Bevölkerung in Betrieb genommen worden. Viele Egerkinger wollten nichts von einer solchen Unterkunft wissen, weil sie negative Auswirkungen befürchteten.

Die Gemeinde hatte 2013 die Baubewilligung verweigert und sich hinter 69 Einsprecher gestellt. Das Verwaltungsgericht hiess jedoch eine Beschwerde des Kantons gut und machte damit den Weg frei für die Umnutzung der ehemaligen Klinik.

Bartholdi zufrieden

Johanna Bartholdi, Gemeindepräsidentin von Egerkingen, meinte zur Schliessung: «Die grossen Befürchtungen, die wir im Vorfeld der Öffnung der Fridau für die Asylbewerber hatten, haben sich nicht erfüllt. Im Grossen und Ganzen lief alles reibungslos ab. Klar sei es hin und wieder zu Reklamationen von Anwohnern gekommen, wenn ihnen die Asylbewerber durch die Gärten ‹trampten›», meint Bartholdi.

Etwas mehr Unruhe gab es auf der Fridau im letzten halben Jahr, als UMAs, unbegleitete minderjährige Asylbewerber, wegen den Umbauarbeiten in Selzach auf die Fridau kamen. Doch auch dies sei noch im erträglichen Rahmen gewesen.

Investor sucht Betreiber

Der Kanton sucht für die Fridau nun eine neue Nutzung und Trägerschaft. Man sei zuversichtlich, dass sich mittel- bis langfristig eine gute und nachhaltige Lösung ergeben werde, heisst es aus dem Hochbauamt. Kantonsbaumeister Bernhard Mäusli sagt: «Wir sind aktuell mit einem Investor im Gespräch, der ganz konkrete Vorstellungen über einen Betrieb im Bereich Medical Spa hat. Er sucht derzeit einen Betreiber für sein Vorhaben.»

Zur neuen Nutzung der Fridau konnte Gemeindepräsidentin Bartholdi nichts sagen. «Klar würden wir es als Gemeinde begrüssen, wenn ein Investor an diesem Ort einen attraktiven Betrieb einrichten würde», sinniert sie. Doch sei der Zufahrtsweg zugegebenermassen etwas schwierig. «Ich denke, es muss eine alternative Nutzung angestrebt werden», so Bartholdi. Vorerst werden einige Räumlichkeiten an das Restaurant Kreuz, Egerkingen vermietet.

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