Im kantonalen Asylzentrum in der ehemaligen Klinik Fridau ob Egerkingen sind bereits 78 Asylbewerber untergebracht. Damit sind die 80 Plätze praktisch voll belegt. Das teilte David Kummer, der für den Asylbereich zuständige Abteilungsleiter Sozialleistungen und Existenzsicherung im kantonalen Amt für soziale Sicherheit (ASO), gestern im Anschluss an die erste Sitzung der Begleitgruppe Fridau mit.

Mitte Oktober waren als erste Bewohner rund 50 Männer aus Eritrea in die Fridau eingezogen, die zuvor in der Zivilschutzanlage Biberist einquartiert gewesen waren (wir berichteten). In einer zweiten Phase seien nun die restlichen Plätze mit Ehepaaren und Familien vorwiegend aus Syrien belegt worden, informierte Kummer.

Polizei musste nicht eingreifen

«Insgesamt sind damit die verfügbaren Plätze in allen kantonalen Asylunterkünften bereits wieder zu mehr als 100 Prozent belegt», sagte der ASO-Abteilungsleiter. Das neue Zentrum auf der Fridau hat dem Kanton Solothurn also keine nachhaltige Entspannung verschafft. Denn den Kantonen würden derzeit vom Bund hohe Zahlen von neuen Asylbewerbern zugewiesen, und es würden wenige ausreisen. «Unter diesen Umständen ist die Kapazität der Unterkünfte natürlich rasch ausgeschöpft.»

Immerhin scheint es derzeit auf der Fridau keine grösseren Probleme zu geben: «Der bisherige Betrieb verlief ohne Konflikte und ohne grössere Schwierigkeiten», berichtet David Kummer. Auch seien im Zusammenhang mit dem Asyl-Betrieb auf der Fridau bisher keine Interventionen der Polizei nötig geworden, weder in der Anlage selbst noch in der Gemeinde oder der Umgebung. Wie vereinbart, habe die Kantonspolizei seit Bezug des Zentrums eine deutlich wahrnehmbare Präsenz in Egerkingen markiert. Gerade dadurch sei offenbar in der Bevölkerung teilweise der Eindruck entstanden, die Polizei müsse häufig intervenieren; das treffe jedoch nicht zu, erklärte der ASO-Abteilungsleiter.

Wie im Betriebskonzept vorgesehen, kann der Kanton nach einer Anfangsphase mit einem Catering bei der Verpflegung nun das in kantonalen Zentren übliche Selbstkochprinzip anpacken – dies, nachdem sich auch die Egerkinger Vertreter in der Begleitgruppe klar dafür ausgesprochen hatten (siehe Kasten). Die Beschäftigung der Asylbewerber befinde sich im Aufbau. «Dies ist der Gemeinde und der Bevölkerung ein grosses Anliegen», berichtete Kummer aus der Begleitgruppe. Erste Asylbewerber hätten Beschäftigungen ausser Haus erhalten, und die Betreiberfirma ORS prüfe weitere in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Egerkingen. Auch die Möglichkeiten für interne Beschäftigungen im Zentrum würden ausgebaut.

Infoline für die Bevölkerung

In der Fridau-Begleitgruppe unter Vorsitz des ASO sind neben der Betreiberfirma ORS und der Kantonspolizei Gemeindepräsidentin Johanna Bartholdi, Verwaltungsleiterin Elvira Biedermann und Werkhof-Chef Heinz Fischer vertreten, ebenso zwei Vertreter des Komitees «Fridau ohne Asylzentrum». Die Begleitgruppe soll sich bis auf weiteres monatlich treffen, das nächste Mal Ende November. Auf das erste Quartal 2015 ist ein Tag der offenen Tür geplant, der allen Interessierten Einblick in den Betrieb des Asylzentrums Fridau geben soll.

Für aktuelle Anliegen, Hinweise und Rückmeldungen aus der Bevölkerung ist ab sofort eine Infoline unter der Nummer 062 398 25 35 in Betrieb.