Generalversammlung
Astag Sektion Solothurn will die Herausforderungen annehmen

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An der GV mit dabei (v.l.): Adrian Amstutz, Sophie Ramseier (geehrt für erfolgreichen Lehrabschluss 2016 als Strassentransport-Fachfrau), Lisa Stoll und Christian Imark.

An der GV mit dabei (v.l.): Adrian Amstutz, Sophie Ramseier (geehrt für erfolgreichen Lehrabschluss 2016 als Strassentransport-Fachfrau), Lisa Stoll und Christian Imark.

«Das Transportgewerbe steht vor grossen Herausforderungen», sagte Christian Imark an der Generalversammlung der Sektion Solothurn des Schweizerischen Nutzfahrzeugverbands (Astag) in Balsthal. Der Preiskampf im In- und Ausland sei gross und gerade im internationalen Bereich werde oft auch mit unlauteren Mitteln gekämpft, erklärte der Verbandspräsident vor rund 100 Mitgliedern und Gästen. Eines der grössten Probleme für das Gewerbe sei die Kabotage, also der unerlaubte Transport eines ausländischen Fuhrhalters in der Schweiz. Es gäbe aber auch Chancen, zum Beispiel die Modernisierung. «Hier ist es wichtig, am Ball zu bleiben.»

Energiegesetz im Fokus

Weitere Herausforderungen bestünden in der Politik, fuhr SVP-Nationalrat Imark fort. Das Berichtsjahr sei im Zeichen des politischen Agierens gestanden, mit wegweisenden Entscheidungen auf eidgenössischer Ebene. «Die Abstimmung zur 2. Gotthardröhre wurde gewonnen und die Debatte rund um den NAF konnte – auch dank der Milchkuhinitiative – in die richtigen Bahnen gelenkt werden.»

Für das laufende Jahr stehe die Abstimmung zum Energiegesetz im Fokus. «Die geforderte Halbierung des Energieverbrauchs bis 2035 wird mit dem Gesetz nicht erreichbar sein. Deshalb stimmen auch die tiefen Kosten nicht, die ins Feld geführt werden», so Imark. Bundesbern habe bereits die Lenkungsabgabe vorbereitet. Diese werde zwar aus taktischen Gründen totgeredet, aber nach der Abstimmung wieder aufgetischt. «Strom soll um 3 Rappen pro Kilowattstunde, Heizöl um 67 Rappen pro Liter sowie Benzin und Diesel je um 26 Rappen pro Liter verteuert werden.»

Die wichtigste Aufgabe der Sektionen sei das Lehrstellenmarketing, in welchem sich die Astag auch dieses Jahr stark engagierte, meinte Imark weiter. Im Zentrum stand die Berufsinfomesse BiM in Olten. «Trotz grosser Anstrengungen der Sektion und unserer Partnerverbände ist leider ein Rückgang an Lernenden für das kommende Jahr festzustellen.» Der Vorstand führe diesen Rückgang auf den fehlenden Transportlogistiktag zurück. «Der Kanton wollte den Anlass nicht mehr unterstützen.»

Diese neue Stossrichtung wird als Gefahr für die «Räderberufe» angesehen. Unabhängig der kantonalen Unterstützung werde derzeit an der Wiedereinführung des Transportlogistiktages – wenn nötig mit einer neuen Trägerschaft – gearbeitet. «Wir hätten auch den Kanton gerne wieder mit an Bord.» Das Interesse daran sei gross.

Wichtige Sektionen

Der Zentralpräsident der Schweizerischen Nutzfahrzeugverbandes, SVP-Nationalrat Adrian Amstutz, betonte in seiner Gastansprache die Wichtigkeit der Zusammenarbeit des Verbandes mit den Sektionen.

Nur gemeinsam könnten die bestehenden Herausforderungen gemeistert werden. «Die Aufgaben im Bereich der Berufsbildung und des regionalen Strassenverkehrs müssen auf Stufe Sektion angeführt werden.»

Geld für alle Verkehrsträger

Auf eidgenössischer Ebene gelte es nach wie vor, die Investitions-Versäumnisse der «Ära Leuenberger» aufzuholen. Man dürfe Schiene und Strasse nicht gegeneinander ausspielen. «In Anbetracht der Bevölkerungsentwicklung braucht es hohe Investitionen in alle Verkehrsträger.»

Zu Beginn des Anlasses begrüsste Gemeindepräsident Roland Stampfli die Anwesenden und zeigte sich stolz, dass das Transportgewerbe die Gemeinde Balsthal als festen Standort für die Versammlungen ausgewählt habe. Nach der Versammlung begleitete Lisa Stoll die Anwesenden mit zarten Klängen aus ihrem Alphorn und heimatlichen Geschichten zu den Musikstücken in einen reichhaltigen Apéro. (mgt)

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