Steuern

Arme Familien müssen lange für den Kanton schuften

Die ärmsten Familien in der Stadt Solothurn mussten 2016 14 Tageslöhne dem Staat abliefern. Symbolbild/az

Die ärmsten Familien in der Stadt Solothurn mussten 2016 14 Tageslöhne dem Staat abliefern. Symbolbild/az

Wie viele Steuern müssen arme Familien dem Kanton abgeben? Eine Auswertung zeigt: In der Stadt Solothurn mussten sie 2016 mit 14 Tagen am längsten arbeiten, bis sie die Steuern bezahlt haben.

Die Ärmsten zahlen keine oder kaum Steuern, so lautet der Solidaritätsgedanke. Doch das stimmt – gerade im Kanton Solothurn – nicht, wie eine Erhebung der Eidgenössischen Steuerverwaltung zeigt. Die Behörde hat ausgerechnet, wie viele Tage Familien pro Jahr in den Kantonshauptorten arbeiten müssen, bis sie die Steuern bezahlt haben.

Mit 14 Tagen am längsten mussten 2016 die ärmsten Familien in der Stadt Solothurn arbeiten. In Neuenburg mussten Ehepaare mit zwei Kindern, die nur ein Bruttoeinkommen von 20'000 Franken versteuerten, acht Tageslöhne dem Staat abliefern, was dem Mittelfeld entspricht.

Solothurn schöpfte gemäss den Erhebungen die unteren bis mittleren Einkommen ebenfalls meistens am stärksten ab.

Erst ab 250'000 Franken wurde Solothurn bei Doppelverdienern mit zwei Kindern von anderen Städten wie Bern, Genf oder Delémont ein- oder überholt. Am tiefsten ist die Belastung in Zug mit zwei Tagen sowie in Aarau, Lausanne, Genf Sitten und Chur mit null Tagen. (sda/szr)

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