Seit Oktober 2014
Arbeitslosigkeit steigt in keinem anderen Kanton wie Solothurn so hoch an

Im Oktober stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Solothurn gegenüber dem Vormonat um 48 von 2,6% auf 2,7%. Mit 6'285 Personen gab es 144 mehr Stellensuchende. Die Zahlen widerspiegeln die eingetrübte Stimmung bei den Unternehmen.

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Erst im Frühsommer 2016 soll mit einer Verbesserung der Arbeitslosigkeit zu rechnen sein. (Symbolbild)

Erst im Frühsommer 2016 soll mit einer Verbesserung der Arbeitslosigkeit zu rechnen sein. (Symbolbild)

Keystone

Von «einer eingetrübten Stimmung bei den Unternehmen» spricht Jonas Motschi, Chef des Amtes für Wirtschaft und Arbeit. Diese widerspiegle sich auf dem Arbeitsmarkt. So ist im Kanton Solothurn die Zahl der Menschen ohne Arbeit im Oktober um 48 auf 3853 Betroffene gestiegen, die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,6 auf 2,7 Prozent.

Und Motschi sieht vorerst keine Besserung. Bis Ende Jahr erwartet er weiter steigende Zahlen. Nur schon aus saisonalen Gründen. Gerade im Bau und Gartenbau werde das Arbeitsvolumen sinken. Eine Quote von 3 Prozent sei realistisch.

Im Jahresdurchschnitt rechnet er mit 2,7 bis 2,8 Prozent, im Vorjahr lag diese bei 2,5 Prozent. Erst im Frühsommer 2016 sei basierend auf Aussagen von Konjunkturexperten mit einer Verbesserung zu rechnen.

Insgesamt habe sich der Arbeitsmarkt aber seit dem Frankenschock erstaunlich gut gehalten, so Motschi. Die Zahl der Arbeitslosen ist seit Januar um «nur» 75 Betroffene gestiegen.

Trotzdem herrsche bei den Firmen wegen der konjunkturellen Unsicherheit eine deutliche Zurückhaltung bei Neueinstellungen. So seien dieses Jahr im Gegensatz zu den Vorjahren ausgeprägte Rückgänge der Arbeitslosenquote über die Sommermonate ausgeblieben.

Massiver Anstieg innert Jahresfrist

Zwar liegt das Ausmass der Arbeitslosigkeit im Kanton Solothurn immer noch unter dem Landesdurchschnitt von 3,3 Prozent. Aber ein längerfristiger Vergleich zeigt eine andere Realität.

Seit Oktober 2014 ist die Arbeitslosenzahl hier um 18,3 Prozent gestiegen. Das ist die mit Abstand höchste Zunahme aller Kantone. Schweizweit wurde ein Plus von «nur» 6,7 Prozent registriert.

Solothurn sei als exportorientierter Fertigungsstandort viel stärker der globalen Wirtschaftsentwicklung und dem starken Franken ausgesetzt, begründet Motschi die beunruhigende Entwicklung.

Neben der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie sei nun auch die Uhrenindustrie von schwächelnden Absatzmärkten betroffen. Solothurn sei zwar etwas exponiert, aber die industrielle Produktion sei wichtig, dort finde Wertschöpfung statt.

Die Konjunkturabhängigkeit spiele auch im Gegenteil. «Wir drehen bei einem Aufschwung schneller ins positive.» Zuletzt zeigte sich dies nach der Krise 2010. In keinem anderen Kanton ist die Arbeitslosigkeit rascher gesunken als im Solothurnischen. (FS)