Kanton Solothurn
«Anspruchsvoller als für Regelschulen»: Das bedeutet die Krise für Sonderschulen

An den heilpädagogischen Schulzentren im Kanton Solothurn gibt es so einiges zusätzliches zu Bedenken, wenn's darum geht, Schülerinnen und Schuler zu unterrichten. Das gilt auch während der Coronakrise. Und auch für die kommende Wiedereröffnung am 11. Mai.

Noëlle Karpf
Drucken
Teilen
Auch hier herrscht derzeit Stillstand: Das heilpädagogische Schulzentrum in Balsthal.

Auch hier herrscht derzeit Stillstand: Das heilpädagogische Schulzentrum in Balsthal.

Oltner Tagblatt

Am 11. Mai öffnen die Schulen wieder. Stand jetzt geht Pascal Estermann, Leiter der Heilpädagogischen Schulzentren (HPSZ)im Kanton Solothurn, davon aus, dass auch die fünf Sonderschulen dann wieder öffnen. Derzeit werde vom Kanton ein Schutzkonzept erarbeitet, an welches sich die Schulen nach Wiedereröffnung halten müssen. «Die heilpädagogischen Schulzentren werden darin speziell berücksichtigt», so Estermann. Weil es an den Sonderschulen einige zusätzliche Dinge zu bedenken gibt.

Pascal M. Estermann Leiter der fünf Heilpädagogischen Schulzentren im Kanton Solothurn

Pascal M. Estermann Leiter der fünf Heilpädagogischen Schulzentren im Kanton Solothurn

HR Aeschbacher

Die HPSZ führen etwa Tagesschulen, das heisst, es wird auch gemeinsam gegessen. Es ist laut Estermann grundsätzlich etwas anspruchsvoller, Hygiene- oder Distanzangaben einzuhalten. Auch, weil einige Schülerinnen und Schüler mit dem Schülertransport in die Schule gefahren werden, oder auf dem Schulweg an die Hand genommen werden müssen. Gleichzeitig ist es für Kinder mit Verhaltensauffälligkeiten nicht immer einfach, Abstandsregeln einzuhalten. Zum derzeitigen Betrieb an den HPSZ sagt Estermann: «Es funktioniert gut.» Kinder werden zu Hause beschult, Lehrpersonen stellen Material zur Verfügung, bringen dieses zum Teil gar bis vor die Haustüre.

Im Gegensatz zu Regelschulen wird, gerade in der Unterstufe, nämlich mehr noch analog gearbeitet. Zudem erklärt Estermann: «Es ist sicher anspruchsvoller als das Homeschooling der Regelschule.» Weil nicht «nur» Schulstoff durchgegangen werden muss, sondern Eltern speziell mit ihren Kindern arbeiten müssen, die laut Estermann ein ganzes Spektrum von leichten Verhaltensauffälligkeiten bis schweren Behinderungen abdecken. Online stellen die HPSZ dafür eine Reihe von Tipps oder mögliche Übungen zur Verfügung, die laut Estermann rege genutzt werden. Die Lehrpersonen seien auch in dieser Zeit sehr kreativ, so könne man die Situation stemmen. (nka)

Aktuelle Nachrichten