Solothurn

Anspruchsvolle Inszenierung: «The Sonny Boys» feiert Premiere im Stadttheater

Die Tragikomödie «The Sonny Boys» von Neil Simon sorgt für viele Lacher und einen nachhaltigen Theaterabend.

Das Komikerduo Al Lewis und Willie Clark war einst als «The Sonny Boys» erfolgreich und legendär. Die beiden sind nun alt geworden und haben sich, seit sie sich vor Jahren im Streit getrennt haben, nicht mehr gesehen.

Doch für eine Fernseh-Show sollen sie sich wieder treffen, ihren berühmten Doktor-Sketch nochmals spielen. So will es Ben Silvermann, Willies Neffe, der als Künstleragent mehr oder weniger erfolgreich arbeitet.

Eine schwierige Zusammenarbeit

Doch so einfach ist es nicht, die beiden inzwischen zerstrittenen Partner zusammenzubringen. Nur schon ein Treffen zu vereinbaren, dafür braucht Ben eine gehörige Portion Nerven und List. Denn Willie lebt inzwischen in einem heruntergekommenen Hotelzimmer und wartet dort, alt und etwas vergesslich geworden noch immer auf ein gutes Engagement; egal wo, es kann auch ein Werbespot sein.

Und sein alter Kollege Al lebt seit Jahren in der Provinz, im Haus seiner Tochter, wo er sich bevormunden und bekochen lässt. Was soll er sich noch ärgern; er beobachtet lieber seine Enkel beim Spielen.
Und doch packt die beiden der Ehrgeiz, nochmals auf der Bühne ihren berühmtesten Sketch aufzuführen.

Beide aber ängstlich, ob sich es auch noch bringen und ob der Partner nicht doch wieder ins alte Muster fallen wird, welches man doch immer schon so gehasst hat. «Ich mache es, aber ich bin dagegen», so beider Devise.

Das perfekte Sujet für den Grosserfolg

Dieses bittere Gefühl einer Freundschaft, die verloren gegangen ist, ist es, welches der bekannte amerikanische Stückeschreiber Neil Simon - übrigens im letzten Jahr verstorben - mit «The Sonny Boys» transportiert.

Das alternde Komikerduo ist dafür das perfekte Sujet. Wir lachen, aber eigentlich ist es zum Weinen, dass sich ehemalige Freude so sehr quälen und beleidigen, dass es am Ende fast tragisch ausgeht.

«The Sonny Boys», geschrieben 1972, war so erfolgreich, dass es inzwischen neben den vielen Bühnenfassungen auch etliche Filme fürs Kino und Fernsehen gibt; das Thema gar für eine Fernsehserie genutzt wurde. In der bekanntesten Filmfassung von 1975 spielen Walter Matthau und George Burns Willie und Al.

Die Pointen werden wie Pfeile verschossen

In der Tobs-Inszenierung von Dominik von Gunten sind Jörg Seyer (Al) und Günter Baumann (Willie) das sich bekriegende Komikerpaar. Beide zeigen - um Jahre gealtert - eine mitreissende, sehr anspruchsvolle Darstellerleistung. Anspruchsvoll auch für das Publikum, denn während mehr als zwei Stunden werden die Pointen wie Pfeile verschossen.

Matthias Schoch als Neffe Ben, der oft an der Sturheit oder Senilität der beiden alten Männer verzweifelt, hält das Tempo mit. Barbara Grimm ist als Krankenschwester - einmal aufgedonnert im Sketch und einmal wie echt - zu sehen. Mit Yaku Narquez und Jan Marc Müller geben sich auch zwei Mitglieder der Tobs-Statisterie die Ehre. Eine gelungene Inszenierung, die trotz der vielen Lacher, einen nachhaltigen Theaterabend garantiert.

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