Sie hat ein Händchen, die Baloise Bank SoBa. Wenn sie zum Anlage-Apéro ruft, kann man sicher sein, dass sich gleichen- oder anderntags irgendetwas Weltbewegendes tut. Beispiele gefällig? Die Palette reicht von der Aufhebung des Franken-Mindestkurses über die Bitcoin-Krise bis zum Brexit-Crash. Nicht von ungefähr stellte CEO Jürg Ritz den mit fast 500 Besuchern im Landhaus restlos ausverkauften Anlass unter den Titel «Brexit, Trump, Italia – Isolation als Lösung?».

Um es vorwegzunehmen: Thomas Straubhaar, Schweizer Ökonom und Professor für internationale Wirtschaftsbeziehungen an der Universität Hamburg, konnte die nationalistischen und protektionistischen Gespenster, die in Europa ebenso wie in Übersee ihr Unwesen treiben, zwar nicht verscheuchen. Der erneut als Gastreferent auftretende Wirtschaftswissenschaftler und Autor begegnete den im Globalisierungszeitalter unversehens Urständ feiernden Re-Nationalisierungs-Tendenzen aber mit dem ihm eigenen Optimismus. Genährt nicht zuletzt durch die immer noch stabilen makroökonomischen Verhältnisse rund um den Globus.

Auch wenn Eintrübungen sichtbar sind: Die Stabilität der Weltwirtschaft ist grösser als jene der Aktienmärkte. Jedenfalls musste Rainer Wyss, Leiter Anlagen und Handel bei der SoBa, eingestehen, er sei für das vergangene Börsenjahr zu optimistisch gewesen. Nach einem fulminanten Start folgte eine wahre Börsenrallye mit einem üblen Taucher am Jahresende. Entsprechend vorsichtig gab sich Wyss in Bezug auf die Erwartungen für das laufende Jahr. «Herausfordernd und nervenaufreibend» werde es. Oder, wie sich CEO Ritz ausdrückte: «Es braucht ein stabiles Nervenkostüm.» Und Besonnenheit bei den Anlegern, die er auf den Dualismus von Vorsorge- und Vermögensplanung einschwor.

Auch wenn sich die SoBa im Juni 2018 anlagestrategisch von den Rohstoffen verabschiedet hat: An solchen fehlte es im Landhaus beim anschliessenden Apéro nicht. Erstens lässt sich das Bankhaus traditionell nicht lumpen. Und zweitens wurde an der Aare dem Vernehmen nach schon im frühen 18. Jahrhundert Wein angelandet. Eine Information, die Moderator Dani Fohrler den Besucherinnen und Besuchern verdankenswerterweise schon bei seiner Einführung in den Abend in Erinnerung gerufen hatte. Die trockenen Zahlen gingen so besser hinunter.