Verwaltungsgericht
Ankli möchte Urteil zum Lehrlingsturnen akzeptieren

Das Verwaltungsgericht hat entschieden, dass die Oltner Berufsschüler auch künftig in allen Schuljahren Turnunterricht erhalten sollen. Bildungsdirektor Remo Ankli möchte das Urteil akzeptieren.

Lucien Fluri
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Remo Ankli nimmt das Urteil zum Turnunterricht zur Kenntnis.

Remo Ankli nimmt das Urteil zum Turnunterricht zur Kenntnis.

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Der Turnunterricht an den Solothurner Berufsbildungszentren ist seit Jahren Gegenstand von Auseinandersetzungen. Der Kanton hat die seit 1986 gültigen Bundesvorgaben eigentlich nie richtig eingehalten. 2001 ist der Kanton gar vom Bundesrat ermahnt worden, ohne dass sich die Situation grundlegend geändert hätte. Ist es nun Zeit, endgültig einen Schlussstrich zu ziehen? «Wir nehmen das Urteil zur Kenntnis», sagt Regierungsrat Remo Ankli.

Der Bildungsdirektor lässt aber durchblicken, dass er persönlich das Urteil nicht ans Bundesgericht weiterziehen möchte. Entscheiden müsse dies aber noch der Gesamtregierungsrat. Rechtsanwalt David Lüthi, der Vertreter der Beschwerdeführer, geht davon aus, dass die Schulleiter nun die Pensen für das kommende Schuljahr planen können – auch wenn der Kanton das Urteil ans Bundesgericht weiterziehen würde.

Was passiert in Solothurn und Grenchen?

Und was ist mit dem Sportunterricht in Solothurn und Grenchen - wird da der Kanton dem Gesetz nun ebenfalls nachkommen? «Wir werden alle Standorte unter dem Licht dieses Urteils anschauen», stellt Ankli in Aussicht. Er schränkt aber ein, dass man «in Grenchen und Solothurn verschiedene Situationen» habe. Während in der Uhrenstadt mit dem Velodrome genügend Räumlichkeiten zur Verfügung stünden, müsse man sich «in Solothurn über bauliche Massnahmen Gedanken machen». Und dabei verweist der FDP-Politiker auf die nicht gerade rosige finanzielle Situation des Kantons.

Überhaupt fallen nun im Massnahmenpaket des Kantons 250000 Franken Einsparungen weg – soll es künftig auch in Solothurn und Grenchen Unterricht geben, wird es gar noch teurer. Muss der Bildungsdirektor dieses Geld nun andernorts sparen? Klar sei, dass das Geld nun fehle, so Ankli. Über die konkreten Auswirkungen könne er allerdings noch nichts sagen.

Der Kanton muss zudem die Kosten des Verfahrens tragen und den Beschwerdeführern eine Parteientschädigung über 6000 Franken bezahlen.