Nach Übergriffen in Köln

Angst bei Solothurnern geschürt: Pfeffersprays sind fast ausverkauft

Pfeffersprays sind derzeit gefragt.

Pfeffersprays sind derzeit gefragt.

Seit die Übergriffe in der Silvesternacht bekannt geworden sind, steigt offenbar das Bedürfnis zur Selbstverteidigung. Die Nachfrage nach Pfeffersprays steigt – auch nach Waffen.

Besonders beliebt sind derzeit Pfeffersprays. «Wir verkaufen deutlich mehr als sonst», sagt Andrea Andreotti, Leiter Marketing und Einkauf bei der Keller Fahnen AG. Der Produzent habe momentan Lieferschwierigkeiten.

Gestiegen ist der Verkauf auch im Solothurner Waffengeschäft Frölicher. Im Winter sei die Nachfrage grundsätzlich höher, heisst es dort. Aber nun seien die Verkäufe zusätzlich angestiegen. Zwar hat das Waffengeschäft noch ein paar Exemplare auf Lager, muss aber auf Nachbestellungen warten.

Praktisch ausverkauft ist der Pfefferspray-shop.ch. «Einen solchen Ansturm gab es noch nie. 80 Prozent des Sortiments ist weg», sagt Geschäftsführer Mathias Christen. Es dauere wohl fünf bis zehn Werktage, bis sie wieder liefern könnten. Für Christen ist klar: Die massive Nachfrage hange mit den Ereignissen in Köln zusammen.

Zusätzliche Trainings für Frauen

Öfter als sonst klingelt momentan das Telefon von Daniela Richter. Sie ist Regionalleiterin bei der Schweizerischen Interessensgemeinschaft für Selbstverteidigung Pallas. «Seit einer Woche melden sich vermehrt Frauen und besorgte Mütter», sagt Richter. Diese möchten ihre Töchter für Selbstverteidigungskurse anmelden. Pallas bietet speziell für Mädchen und junge Frauen Kurse an, um sich gegen verschiedene Formen der Gewalt zu wehren und sich zu behaupten. «Das Sekretariat hat nun mehrere Pallas-Trainerinnen angefragt, ob sie zusätzliche Kurse durchführen könnten.»

Ist ein erhöhter Schutz tatsächlich nötig? Drohen ähnliche Übergriffe wie in Köln, etwa an der Fasnacht? Bisher habe es noch keine vergleichbaren Ereignisse gegeben, sagt die Kantonspolizei auf Anfrage. «Während der Fasnacht standen bereits in der Vergangenheit mehr Einsatzkräfte der Polizei im Einsatz – unabhängig von Vorkommnissen in anderen Kantonen oder im Ausland», sagt Polizeisprecherin Melanie Schmid.

Dass das Sicherheitsbedürfnis zugenommen hat, zeigt auch der Anstieg an Gesuchen für Waffenerwerbsscheine: 2015 wurden im Kanton 1051 Waffenerwerbsscheine ausgestellt – eine Zunahme von über 16 Prozent. 2014 waren es noch 880 und ein Jahr davor 846. Zu Gründen für den Anstieg will sich die Kantonspolizei nicht äussern. Das wäre Spekulation, sagt Schmid.

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