Breitenbach
Angestelltenverband will Schliessung der Nexans-Fabrik verhindern

Der Angestelltenverband Angestellte Schweiz und das Personal wehren sich vehement gegen die drohende Schliessung der Kabelfabrik Nexans in Breitenbach. Das laufende Konsultationsverfahren soll Lösungen zur Rettung aufzeigen.

Franz Schaible
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Nexans-Fabrik vor dem Aus.

Nexans-Fabrik vor dem Aus.

Zur Verfügung gestellt

Der Schock sass tief, als Mitte Oktober der französische Kabelkonzern Nexans bekannt gab, die Schweizer Produktion in Cortaillod am Neuenburgersee zu konzentrieren und die beiden Werke in Breitenbach und Cossonay zu schliessen. Allein in Breitenbach würden dadurch 166 Arbeitsplätze verschwinden (wir berichteten). Die Betriebsschliessungen sollen bis 2015 realisiert werden.

Doch so weit ist es noch nicht. Es formiert sich Widerstand. Am 30. Oktober hat der Schweizer Ableger des französischen Kabelkonzerns Nexans die Sozialpartner offiziell informiert, wie Astrid Beigel, Regionalsekretärin des Angestelltenverbandes Angestellte Schweiz, auf Anfrage erklärt. Nun laufe fristgerecht das gesetzlich vorgeschriebene Konsultationsverfahren für 18 Tage.

Die Frist könne sich noch verändern, denn die Massnahmen in der Schweiz seien Teil einer europaweiten Restrukturierung des französischen Konzerns, der die Streichung von insgesamt 468 Arbeitsplätzen zur Folge haben soll. «Deshalb muss der Konzern zuerst mit dem europäischen Betriebsrat der Nexans-Gruppe die Modalitäten aushandeln», erläutert Beigel das Prozedere.

«Keine Alibiübung»

«Wir wollen zusammen mit dem Personal alles versuchen, um die Schliessung der Fabrik in Breitenbach zu verhindern und möglichst viele Arbeitsplätze zu erhalten», erklärt Beigel. Dazu hätten nun Gespräche und ein Informationsaustausch mit dem Personal stattgefunden und es sei eine interne Task-Force gegründet worden, welche die Arbeitnehmervertretung unterstützt. «Die Arbeitnehmervertretung wird die sicherlich eingehenden Vorschläge zur Rettung der Fabrik sauber aufarbeiten und die Lösungsmöglichkeiten anschliessend der Schweizer Geschäftsleitung von Nexans vorlegen.»

Auch wenn die Aussichten auf Erfolg nicht grandios seien, wolle man im Rahmen des Möglichen alles versuchen. «Das Konsultationsverfahren darf keine Alibiübung sein.»

Für besseren Sozialplan

Darüber hinaus wolle der Verband alles unternehmen, um das betroffene Personal zu unterstützen. Astrid Beigel nennt die Verbesserung des bestehenden Sozialplanes und die Einrichtung eines Jobcenters. Dabei gehe es nicht nur um jene 51 Beschäftigten in Breitenbach, deren Stellen gestrichen werden.

Es gehe um alle von der Fabrikschliessung betroffenen 166 Beschäftigten. Denn die von Nexans als Ersatz angebotenen Stellen in Cortaillod würden angesichts der Distanz bei den Betroffenen wohl kaum auf grosse Nachfrage stossen. Für Beigel ist auch wichtig, dass im Kampf für die Arbeitsplätze die gesamte Belegschaft von Nexans in der Schweiz miteinbezogen wird. «Es darf keinen Röschtigraben zwischen Deutsch- und Westschweiz geben. Wir ziehen alle an einem Strick.»

«Runder Tisch» in Breitenbach

Auch das Forum Regio Plus, der Wirtschaftsförderverein des Schwarzbubenlands, will für den Standort kämpfen. Denn die Schliessung betreffe weit mehr als die 166 Arbeitsplätze, sagt Wirtschaftsförderer Max Käsermann mit Blick auf die zahlreichen Zulieferbetriebe. Dazu organisiert Käsermann im Auftrag der Gemeinde Breitenbach und des Forums einen «Runden Tisch», an welchem Vertreter der Standortgemeinde, der Nexans Schweiz, des Kantons Solothurn und des Forums über die Zukunft beraten wollen. «Die beste Lösung wäre, wenn die Fabrik nicht geschlossen würde.»

Da dies kaum realistisch erscheine, sollen bereits jetzt Alternativen für eine Weiternutzung des riesigen Areals diskutiert werden. «Hauptziel ist es, dass möglichst viele Arbeitsplätze vor Ort erhalten bleiben», erklärte er.

Am «Runden Tisch« wird der Kanton Solothurn teilnehmen, wie Jonas Motschi, Leiter des Amtes für Wirtschaft und Arbeit, versichert. Der Kanton habe allerdings keine Mittel in der Hand, um eine Betriebsschliessung zu verhindern. «Das sind letztlich unternehmerische Entscheide.» Es werde sich nun zeigen, ob im Rahmen des Konsultationsverfahrens Möglichkeiten aufgezeigt werden.