Telefonbetrug
Angebliche Microsoft-Mitarbeiter wollen Zugang zum Computer

Computerbesitzer aus verschiedenen Kantonen sind schon auf sie hereingefallen: Vermeintliche Microsoft-Mitarbeiter, die sich Zugang zu Computern erschleichen wollen. Die Meldestelle für Informationssicherung warnt vor den Telefonbetrügern.

Stefan Frech
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Auch bei diesen zweifelhaften Angeboten gilt: Einfach Hörer auflegen.

Auch bei diesen zweifelhaften Angeboten gilt: Einfach Hörer auflegen.

AZ

Aufgepasst: Falls sich in den nächsten Tagen bei Ihnen am Telefon eine angebliche Microsoft-Mitarbeiterin meldet und Sie auf Englisch - mit starkem indischen Akzent - davor warnt, dass Ihr Computer mit schädlicher Software verseucht sei, gibt es nur eine Reaktion: «Einfach abwimmeln oder den Hörer sofort auflegen», empfiehlt Thalia Schweizer von der Kantonspolizei Solothurn. Denn: «Das sind Betrüger.»

Auch die Melde- und Analysestelle für Informationssicherung des Bundes warnt vor den ausländischen Betrügern und betont: «Microsoft tätigt nie unangemeldete oder unaufgeforderte Support-Anrufe, um Computerprobleme zu beheben.»

Am Schluss wird Geld verlangt

Die Betrüger handeln immer nach dem gleichen Muster: Sie rufen angeblich aus den USA, England oder Australien an und erschrecken den Angerufenen mit der Nachricht, dass er mit seinem Computer Viren aus dem Internet herunterlade. Die Anrufer bieten den Opfern an, ihnen zu helfen. Steigt man nicht darauf ein, drohen die Betrüger, Microsoft sperre den Computer, oder sie hängen unvermittelt auf oder rufen immer wieder an.

Wer sich auf das Angebot einlässt und unter Anleitung der Anrufer den Computer neu startet, hat verloren: Die Betrüger erhalten Zugriff auf die persönlichen Daten. Schliesslich wird versucht, dem Opfer ein Anti-Virus-Programm zu verkaufen, damit diese «Softwareprobleme» nicht wieder auftreten. Die Betrüger verlangen dann für ihre «Hilfe» die Kreditkartennummer oder eine Barüberweisung.

Verunsicherte suchen Hilfe

In den letzten zwei Jahren sind leichtgläubige Computerbesitzer in mehreren Kantonen auf diese Masche hereingefallen. Zurzeit rufen die Betrüger auch auf Telefonnummern im Kanton Solothurn an (nach dem Zufallsprinzip). Ein 45-jähriger Stadtsolothurner hat letzte Woche für die Installation des angeblichen Anti-Viren-Programms seine Kreditkartennummer angegeben. «Die Betrüger haben ihm dann mehrere hundert Euro abgezogen», berichtet Polizeisprecherin Thalia Schweizer. Das Opfer hat eine Strafanzeige gegen unbekannt eingereicht.

In den letzten Wochen haben sich fünf Personen bei der Kantonspolizei gemeldet, die ebenfalls Anrufe erhalten haben und um Rat fragten, wie sie sich verhalten sollen. Die Dunkelziffer von weiteren Betroffenen ist gross. «Viele melden sich erfahrungsgemäss nicht bei der Polizei», erklärt Schweizer. Sie empfiehlt allen, die auf die Betrüger hereingefallen sind und finanziell geschädigt wurden, eine Strafanzeige gegen unbekannt zu erstatten und den Computer durch einen Experten untersuchen zu lassen.

Weitere Informationen unter: www.melani.admin.ch

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