Amtsgericht
Zuchwiler Drogendealer muss fünf Jahre ins Gefängnis und das Land verlassen

Der Mann dealte 2019 und 2020 in Zuchwil und Umgebung mit Kokain und Heroin und verdiente dabei fast 200'000 Franken. Nun muss er ins Gefängnis und anschliessend zurück nach Albanien.

Ornella Miller
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Mit über fünf Kilogramm Kokain hatte der Mann gedealt.

Mit über fünf Kilogramm Kokain hatte der Mann gedealt.

Manuela Jans

Der albanische Drogenhändler Diell B. (Name geändert) erzielte innert zehn Monaten durch den Verkauf von Kokain- und Heroingemisch einen Umsatz von fast 650'000 Franken und einen Gewinn von 185'000 Franken. Zusätzlich erhielt er von der Drogenorganisation noch einen «Lohn» von insgesamt 19'000 Franken.

Gedealt wurde 2019 und 2020 in Zuchwil und Umgebung. Diell hatte als Läufer Bestellungen auf dem Handy entgegengenommen und die Drogen (Kokaingemisch mit 5,5 Kilogramm reinem Kokain und Heroingemisch mit einem Kilogramm reinem Heroin) an rund 80 Personen abgeliefert. Diese dealten teils ihrerseits.

Er war der Polizei aufgefallen, die ihm dann durch Überwachung weiter auf die Schliche kamen.

In U-Haft schwieg der Mann zunächst

Doch nach seiner Gefangennahme schwieg er in U-Haft ein ganzes Jahr lang. Ergebnisse der Berner Strafverfolgungsbehörden lieferten weitere Beweise. Auch Buchhaltungsbücher wurden gefunden, worin die einzelnen Drogendeals sauber aufgelistet waren. Diell gab schliesslich eigenen Drogenhandel zu.

Auf seinen Antrag hin wurde ein abgekürztes Verfahren durchgeführt. Er hatte sich mit der Staatsanwältin auf eine Strafe geeinigt. Die Ausmarchung musste diese Woche aber noch vom Amtsgericht Bucheggberg-Wasseramt genehmigt werden – was es denn auch tat.

Es verurteilte Diell wegen Verbrechen gegen das Betäubungsmittelgesetz, mit Gefährdung vieler Menschen und gewerbsmässig begangen, zu fünf Jahren Freiheitsentzug. Auch eigener Drogenkonsum sowie seine unerlaubte Einreise und der Aufenthalt in der Schweiz wurden geahndet.

Diell willigte auch in den achtjährigen Landesverweis mit Registereintrag im Schengenraum ein.

Strafe wegen abgekürztem Verfahren reduziert

Die Staatsanwältin verglich in der kurzen Verhandlung das Strafmass mit anderen aus abgekürzten Verfahren. Dort würde die Strafe bei abgekürzten Verfahren um 25 Prozent reduziert. Schliesslich werde so auch der Staat entlastet. Diell stehe in der Bandenhierarchie zwar nicht mehr ganz unten. Aber das Verfahren habe lange gedauert.

Eine mit dem Fall zusammenhängende Sache, nämlich Geldwäsche, habe die Staatsanwaltschaft nicht mehr in diesem Verfahren abgehandelt. Denn Diell habe «nicht gross» Details oder die Hintermänner des Ganzen genannt.

Sowohl sie als auch der Verteidiger sprachen die Jugendlichkeit des im Markentrainer erschienenen 30-Jährigen an. Der Verteidiger beklagte, dass sein Klient anderthalb Jahre lang in U-Haft sass, ohne Möglichkeit zu arbeiten, ohne Aussenkontakt. Er sei ein «toller, freundlicher, sympathischer und intelligenter Mann», der in seiner Heimat keine Chance hatte.

Die Richter hätten das Strafmass zunächst als «sehr moderat» erachtet. Ein ordentliches Verfahren hätte aber überlang gedauert, sodass seine Strafe ebenfalls reduziert worden wäre.

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