Riedholz

Am Wallierhoftag gehts vom Schaf zur fertigen Wollstrickjacke

Der diesjährige Wallierhoftag stand ganz im Zeichen des Schafes – das Interesse bei Jung und Alt war riesig.

Das Schaf und seine Wolle standen im Mittelpunkt des diesjährigen Wallierhoftages. Mit gekonnten Handgriffen packte der professionelle Schafscherer André Meister ein Schaf nach dem andern und befreite es von seinem warmen Fell. Ob die Tiere an diesem heissen Sommertag dankbar dafür waren, gaben sie nicht preis. Im Workshop des Spycher Handwerks aus Huttwil konnten die in Scharen herbeigeströmten Besucher sich selber an den verschiedenen Arbeitsschritten versuchen, die es von der rohen Wolle bis zur fertigen Strickjacke braucht. Dass das Spinnen, welches bei den Fachfrauen so einfach aussieht, eben nicht so problemlos zu bewältigen ist, mussten diejenigen Besucher erfahren, die sich ans Spinnrad wagten. «Am Anfang braucht es enorm Geduld, bis man den Dreh raus hat», sagte die Spezialistin. Kinder stellten beim Trockenfilzen kleine Tierchen oder Herzen her. Beim Nassfilzen entstanden Filzplatten, die isolierend und wasserabstossend sind.

Auch andere Wolltiere

Dass Wolle nicht unbedingt von Schafen kommen muss, zeigten verschiedene Tiere, die auf dem Wallierhof zu Gast waren: Zwei stolze Kamele sahen mit hoch erhobenem Kopf auf die Besucher hinunter. Ein Grüppchen Lamas kam auf leisen Sohlen daher. Drei Angoraziegen mit feinem, lockigem Haar beäugten die vorbeiflanierenden Gäste.

Doch nicht überall wo Wolle draufsteht, ist auch Wolle drin. An einem Stand bekamen die Besucher eine Zwergbaumwollpflanze in die Hand gedrückt. Auf einem Plakat war ausdrücklich vermerkt, dass die Baumwolle gar nichts mit tierischer Wolle zu tun hat, sondern ein rein pflanzliches Produkt ist. Erstaunliches zeigten die als Hirtenhunde ausgebildeten Bordercollies. Nach den Anweisungen ihrer Ausbilder trieben sie eine fünfköpfige Schafherde gekonnt neben dem fiktiven Spargelfeld vorbei und dem hypothetischen Erdbeerfeld entlang, damit sie dort keinen Schaden anrichteten.

Surfen ohne Wind und Wasser

Die vielen kleinen und grossen Kinder kamen voll auf ihre Kosten: Ponyreiten und Lamatrekking oder sich auf dem Kamelrücken durch die Gegend schaukeln lassen waren sehr gefragt. Mit Trettraktoren fuhren die kleinen Bauern und Bäuerinnen Wettrennen, schichteten mit Baggerschaufeln Berge von Holzspänen um oder führten das kleine Geschwister im Anhänger spazieren. Die Mutigsten kletterten eine Stange hoch. Sichtlich Spass machte das «Ackersurfen»: Anstatt mit dem Surfbrett auf dem Wasser, versuchten die Kinder, die Balance auf einer von einem Traktor über ein Stoppelfeld gezogenen Plache das Gleichgewicht zu halten. Vor allem in den Kurven war dies schwierig und die Surfer purzelten wild durcheinander. Im Streichelzoo liessen sich die kleinen Besucher von den Ziegen Salz von den Händen lecken und streichelten die jungen Schweinchen. Kleine Häschen hüpften in der Kleintierausstellung zwischen Strohballen umher, verschiedene Hühnerrassen präsentierten sich. Ein prachtvoller Hahn machte mit lauten Krähen auf sich aufmerksam.

Der exklusive Markt lockte mit geschmackvoll dargebotenen regionalen Produkten viele Besucher an. Eröffnet wurde der Tag mit einem ökumenischen Familiengottesdienst, den die «Guldentaler Jodler Mümliswil» mit besinnlichen, wohlklingenden Liedern begleiteten.

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