Weissenstein

Am Uhuru trifft Bergidylle auf geballte Trommelenergie

Zum 22. Mal findet das Tanz- und Musikfestival Uhuru auf dem Weissenstein statt. Über 40 verschiedene Kurse stehen dieses Jahr zur Auswahl.

Es ist eine spezielle Geräuschkulisse wahrnehmbar, wenn man sich dem Gelände des Uhuru-Festivals auf dem Weissenstein nähert. Ans linke Ohr dringt Kuhglockengebimmel, während von rechts rhythmische Djembeklänge ertönen. Bergidylle trifft auf geballte Trommelenergie.

Das Tanz- und Musikfestival Uhuru verwandelt den Weissenstein in einen besonderen Ort. Die riesigen, mit bunten Leintüchern bespannten Holzbuchstaben beim Eingang erinnern an den berühmten Hollywood-Schriftzug.

Der eine oder andere zufällig vorbeikommende Wanderer wähnt sich vielleicht tatsächlich im falschen Film. Es scheint, als betrete man eine andere Welt. Bunte Fähnchen, Indianerzelte oder skurrile Skulpturen aus alten Velofelgen – nicht gerade das, was man normalerweise auf dem Solothurner Hausberg antrifft.

Das Musik- und Tanzfestival findet nun bereits zum 22. Mal statt. Auch dieses Jahr haben die Festivalbesucher die Qual der Wahl: Über 40 verschiedene Kurse können zu unterschiedlichen Blockzeiten besucht werden.

Ob «Spiel mit dem Feuer», «Jodeln für Anfänger» oder «Indianische Gebetsflöten»: Das Kursangebot ist vielfältig. Hinzu kommen zahlreiche Workshops für Kinder und Jugendliche, wie beispielsweise der Kinderzirkus oder Tanzkurse. «Wir haben dieses Jahr rund 500 Kursanmeldungen» sagt Sanjiv Adhihetty vom Organisationskomitee.

Das sei etwa gleich viel wie in den vergangenen Jahren. «Wir wollen aber auch gar nicht grösser werden. Unsere Besucher erwarten ein überschaubares Festival mit Herz», erklärt er. Mit der neuen Weissensteinbahn kommen heuer auch Besucher, die es sonst vielleicht nicht ans Uhuru verschlagen hätte. So setzen sich etwa interessierte Wanderer in eines der Kurszelte oder es schauen sich die Bewohner eines Behindertenheims auf dem Gelände um.

Jedes Jahr gibt es Abwechslung im Kursangebot. «Chlevele, Löffele, Bödele und Bäsele» ist dieses Jahr beispielsweise aus der Ecke der Schweizer Traditionen neu hinzugekommen. «Wir versuchen jeweils, die richtige Rezeptur zwischen neuen Angeboten und Altbewährtem zu finden», so Adhihetty.

Das Neue kommt natürlich nicht immer bei allen gut an. «Das soll aber auch so sein», sagt Adhihetty. Das Uhuru wolle die Leute fordern und sie aus Routinen befreien, jedes Jahr aufs Neue. «Unser Festival ist ständig im Wandel, ein treibendes Floss. Niemand soll sagen können: So ist das Uhuru und nicht anders». Obwohl es unter den Festivalbesuchern den harten Kern gibt, der seit den Anfängen dabei ist, kommen auch jedes Jahr neue Leute hinzu. «Am Schluss des Festivals kennen sich aber alle untereinander», so Adhihetty.

Flexibilität ist wichtig

Beim Anblick der vielen umhertollenden Kinder wird schnell klar: Das Uhuru ist inzwischen ein Familienfestival geworden, es herrscht friedliche und entspannte Stimmung. Der Gemeinschaftsgedanke steht an oberster Stelle. «Wir sind eine grosse Familie und leben hier zusammen wie in einem Dorf», sagt Adhihetty.

Und etwas muss jeder «Dorfbewohner» mitbringen: «Flexibilität», so Adhihetty, «gehört zur Grundausstattung für unsere Besucher». Schon nur wegen des Veranstaltungsorts auf dem Berg könne man nie wissen, wie die Umstände seien. Und genau das macht das Festival einmalig.

Das Tanz- und Musikfestival Uhuru läuft noch bis am Freitag.

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