Sorgentelefon
Am häufigsten wollten die Anrufer über Beziehungsthemen sprechen

Nimmt man die Zahl der Anrufe bei Telefon 143 zum Massstab, sind die Sorgen der Schweizer Bevölkerung 2013 nicht kleiner geworden. Über 220000 Mal hat es bei allen zwölf Regionalstellen geklingelt.

Drucken
Teilen
Rund um die Uhr ist das Sorgentelefon «143» von Freiwilligen besetzt.

Rund um die Uhr ist das Sorgentelefon «143» von Freiwilligen besetzt.

KEYSTONE

Das ist ein Plus von rund 6 Prozent gegenüber 2012. Über 12 000 Hilferufe aus den Kantonen Aargau und Solothurn (östl. Teil) verzeichnete die Geschäftsstelle Aarau. Mit einer neu gestalteten Webseite und einem Stimmungsbarometer ist Telefon 143 auch stärker im Internet präsent. Die Plattform «143heartbeat.ch» widerspiegelt im Sekundentakt die Gemütslage der Schweiz.

Die anonymisierte Statistik erlaubt Aussagen zu Geschlecht und Alter. So wurde rund ein Viertel aller Gespräche mit Männern geführt, drei Viertel mit Frauen. Anrufende in der Altersgruppe 40 bis 65 Jahre sind mit rund 50 Prozent aller Anrufe nach wie vor am meisten vertreten. Jene unter 40 oder über 65 Jahre mit gut 20 Prozent je gleich häufig.

Mit je einem Fünftel dominierten «Beziehungsthemen», Gespräche zur «Alltagsbewältigung» und «psychische Leiden». Grössere Anteile hatten auch «Einsamkeit», «materielle Existenz», «körperliche Leiden» oder «physische und psychische Gewalt». Gut ein Drittel rief zum ersten Mal an, gut die Hälfte zählte zu den Anrufenden, die häufig anriefen und so in Telefon 143 eine wichtige psychosoziale Stütze fanden.

Die Onlineberatung stieg um gut 5 Prozent auf 4855 Kontakte. Hier waren die Ratsuchenden deutlich jünger – drei Viertel unter 40-jährig. Fast jeder zehnte Online-Kontakt erfolgte zum Thema Suizid, am Telefon nur jedes 100. Gespräch. Auch weitere eher tabuisierte Themen wie Sexualität verzeichneten bei der Onlineberatung deutlich höhere Anteile.(sz)

Aktuelle Nachrichten