Der besondere Ort
Altreu ist der Ort, wo die Störche klappern und der Fährmann pfeift

Altreu an der Aare ist ideal für einen Familienausflug – nicht nur wegen der Störche, sondern auch wegen des flachen Sandstrands. Auf der zweiten Familienwanderung besuchten die Leserwanderer die Storchensiedlung in Altreu.

Sven Altermatt
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Unter den 140 Leserwanderern waren gestern viele Kinder: Darunter auch Sharon und Nelson.

Unter den 140 Leserwanderern waren gestern viele Kinder: Darunter auch Sharon und Nelson.

Da klappert der Storch. Oder besser: Da flunkern Mami und Papi. Manche Eltern wollen ihren Kleinen lieber nicht die wahren Umstände ihrer Geburt auf die Nase binden. «Dich hat der Storch gebracht», sagen sie dann. Der Storch kommt, beisst der Frau ins Bein und bringt ihr ein Baby: Bis heute wird diese Geschichte in unzähligen Varianten erzählt.

Wichtige Tipps: Wandern bei Hitze

In den kommenden Tagen wird es gemäss Meteo Schweiz erneut über 30 Grad heiss. Wichtige Hitze-Tipps für Leserwanderer:

n Flüssigkeitszufuhr: Es ist wichtig, dass Sie auch dann zwischendurch trinken, wenn Sie keinen Durst verspüren. Durch das Schwitzen beim Wandern verliert der Körper Flüssigkeit. Als Faustregel gilt: Ein Liter pro Stunde.
n Nahrung: Essen Sie auch während einer Wanderung genug, damit Sie Ihrem Körper fortlaufend Energie liefern.

n Sonnenschutz: Einen Hut und eine Sonnencreme mit hohem LSF sollten Sie so oder so dabei haben. Ihre Kleidung sollte hell und leicht auf der Haut sein. Die Wanderschuhe müssen gut sitzen und auch luftdurchlässig sein. (sva)

Allein das ist Grund genug, einmal bei den Störchen vorbeizuschauen. Auf der zweiten Familienwanderung besuchten die Leserwanderer die Storchensiedlung in Altreu – ein Erlebnis für Gross und Klein. Auf jedem zweiten Hausdach thront ein Horst. Bevor die Vögel in den Süden ziehen, sind sie überall zu sehen: in den Bäumen, auf den Wiesen oder über der Aare.

Doch nicht nur den Störchen gefällt es im Weiler zwischen Solothurn und Grenchen. Auch für Kinder gibt es in Altreu vieles zu sehen. Lea (5) beobachtet das Treiben auf der Aare. Und Patrick (8) steht im Schatten eines Baums und zählt die Störche auf den Dächern. Unbekanntes beflügelt die Neugier, und schon entdecken Kinder vieles ganz von selbst. «Sie brauchen etwas zum hören, sehen und anfassen», sagt die erfahrene Wanderleiterin und Stadtführerin Susanne Im Hof.

Die Aare für Kinder

Altreu ist laut Im Hof nicht nur wegen der Störche eine hervorragende Wahl für den Familienausflug: Normalerweise ist die Aare nur etwas für gute Schwimmer. In Altreu gibt es jedoch einen derart flachen Sandstrand, dass selbst Kinder bei niedrigem Wasserstand baden können.

Zwischen Leuzigen und Altreu verkehrt zudem eine Fähre. Auch die Leserwanderer liessen sich von Sam Künti über die Aare bringen. Der Fährmann ist immer gut gelaunt, pfeift und gibt auf Überfahrt gern Auskunft über seine Arbeit. Ein Traumjob? «Aber sicher! Das Licht, das Wasser, die Farben. Was will ich schon mehr?»

Rätsel gelöst?

Bei so viel Spass will auch der kindliche Wissensdurst gestillt sein: Eine Ausstellung im Infozentrum «Witi Altreu» befasst sich mit der Ansiedlung der Störche. Als der Turnlehrer Max Blösch die Storchensiedlung in Altreu im Jahr 1948 gründete, waren die Vögel ausgestorben in der Schweiz. Heute gibt es wieder so viele Störche wie im 19. Jahrhundert. Und sogar das Rätsel mit den Störchen und den Kindern könnte sich in Altreu gelöst haben – dank einer Kellnerin im Restaurant «Grüene Aff»: Die Störche bringen die Säuglinge demnach als Dankesgabe für die Hilfe beim Nestbau. So besagt es eine beliebte Legende.

Das Wahrzeichen Altreus: Störche in einem Horst.

Das Wahrzeichen Altreus: Störche in einem Horst.

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