Bäuerinnentag
Altes loslassen – Neues zulassen

Zum 19. Mal haben sich die Solothurner Landfrauen zum Erfahrungsaustausch getroffen. 80 Bäuerinnen fanden den Weg in den Wallierhof nach Riedholz.

Benildis Bentolila
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Rund 80 Frauen nahmen am 19. Kantonalen Bäuerinnen- und Landfrauentag am Bildungszentrum Wallierhof teil.

Rund 80 Frauen nahmen am 19. Kantonalen Bäuerinnen- und Landfrauentag am Bildungszentrum Wallierhof teil.

Benildis Bentolila

Die Bäuerinnentage des Solothurnischen Bäuerinnen- und Landfrauenverbands sind beliebt, bieten sie doch nicht nur nette Begegnungen mit Kolleginnen, sondern auch interessante Referate und Erfahrungsberichte. Der 19. Bäuerinnentag stand unter dem Motto «Neues wagen». Die Präsidentin Rita Hänggi freute sich über die rund 80 Bäuerinnen und Landfrauen, die am Dienstag nach Riedholz in den Wallierhof gekommen waren. «Wir Bauernfamilien müssen immer mehr nach neuen Einnahmequellen Ausschau halten», hielt sie fest. Deshalb entschied sich der Vorstand, drei Referentinnen zu engagieren, die zu diesem Thema Tipps geben und aus der Praxis berichten können. Sie zeigte auf, wie sich durch ein kleines Inserat ihr Arbeitsleben und das ihres Mannes vor einem Jahr vollständig änderten. «Es nützt nichts, zu träumen», hielt sie fest, «wir müssen eine Veränderung unerschrocken in Angriff nehmen.»

Egal, was die Nachbarn sagen

Renata Bürki, Motivationstrainerin aus Steffisburg, setzte über ihr Referat den Titel «Verändern heisst entwickeln – mutig Neues angehen». Veränderungen stünde meistens eine Person im Wege, sagte sie, nämlich frau selbst. Man würde Veränderungen aus dem Weg gehen, weil die momentane Situation kuschelig sei und man sich nicht dem Sturm aussetzen wolle. Sie gab zu bedenken: «Wenn der Wind heftiger weht, bauen die einen Mauern – und die anderen Windmühlen.» Altes müsse losgelassen und Neues zugelassen werden. Wenn man ständig darüber nachdenkt, was die Nachbarn und die Dorfbewohner sagen, gebe es nie einen Neuanfang. «Geht in euch und erforscht, was Euch begeistert, was ihr gerne macht», riet sie den Anwesenden. Es gelte, das Eingemachte zu überprüfen und die Komfortzone zu verlassen. Denn es sei nie zu spät, seine Träume zu erfüllen.

Nicht das Rad neu erfinden

Bäuerin Judith Pfefferli aus Wangen bei Olten berichtete über die Bauernhof- und Naturspielgruppen, die sie und ihr Mann seit über zehn Jahren auf ihrem Hof betreuen. «Ein Bauernhof bietet Kindern nicht nur viele nachhaltige Erfahrungen und Erlebnisse in und mit der Natur, sondern sensibilisiert sie auch im Umgang mit dieser und der Tierwelt.»

«Ich liebe es, Gäste mit frischen und regionalen Produkten zu bekochen», erklärte Bäuerin Anita Rudin aus Eptingen. «Noch besser, wenn diese vom eigenen Hof stammen.» Sie ist eine Gastgeberin der ersten Stunde von Swiss Tavolata, ein im September 2014 gestartetes Projekt, bei dem Bäuerinnen und Landfrauen bei sich zu Hause für Gäste kochen. Anna Barbara Eisl-Rothenhäusler, Marketing-Leiterin von Swiss Tavolata, erläuterte, wie dieses Projekt entstand. Zurzeit machen 40 Bäuerinnen und Landfrauen mit; das Ziel ist, Ende 2015 über 150 Anbieterinnen zu verfügen.

Nach dem gewohnt feinen Mittagessen aus der Wallierhofküche widmeten sich die Tagungsteilnehmerinnen in Workshops den Themen «Kreativitätstechniken», «Von der Idee zur Umsetzung», «Mut zu Neuem».

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