Gemeinschaft der Altersheime
Altersheime machen der Spitex Konkurrenz

Die Gemeinschaft Solothurnischer Alters- und Pflegeheime setzt künftig auch auf neue Wohnformen. Unter dem Motto «Betreutes Wohnen» etwa wollen die Heime künftig gewisse Dienstleistungen in Alterswohnungen anbieten.

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Neue Wohnformen wie Betreutes Wohnen sind ein gesellschaftliches Bedürfnis.Themenbild

Neue Wohnformen wie Betreutes Wohnen sind ein gesellschaftliches Bedürfnis.Themenbild

Juri Junkov

Die Altersheime wollen sich dem Ruf nach neuen Wohnformen im Alter nicht verschliessen. Im Gegenteil: An ihrer ausserordentlichen Generalversammlung vom Mittwoch in Olten hat die Gemeinschaft solothurnischer Alters- und Pflegeheime (GSA) dieses Bedürfnis anerkannt, indem sie ein eigenes Ressort «neue Wohnformen» im Vorstand geschaffen hat. Als Leiter dieses Ressorts neu in den GSA-Vorstand gewählt wurde Max Oser (Horriwil), Geschäftsführer des Betagtenheims Blumenfeld, Zuchwil.

«Das klassische Modell mit den drei Pfeilern Spitex, Alters- und Pflegeheim sowie Spital ist nicht mehr zeitgemäss», erklärte GSA-Präsident Urs Hufschmid (Hägendorf). Die Gesellschaft verändere sich: Es gebe mehr ältere Leute, und diese hätten aufgrund ihrer Lebensgeschichte höhere Ansprüche. «Neue Wohnformen sind gefragt: Betreutes Wohnen, Ferienbetten, Tagesstätten oder auch Übergangsbetten.» Letztere ermöglichen es, dass ein älterer Patient sich nach einem Spitalbesuch einige Zeit in einem «Heim» erholen, danach aber wieder in das gewohnte Umfeld zurückkehren kann.

Bedürfnisse ernst nehmen

«Der GSA-Vorstand hat sich mit dieser Thematik schon eingehend auseinandergesetzt und ist der Auffassung, dass wir nicht unseren heutigen Zustand verteidigen, sondern die Bedürfnisse der Betagten ernst nehmen wollen», erläuterte Hufschmid die Haltung des Vorstandes gegenüber dieser Entwicklung. Er sei der Überzeugung, die Alters- und Pflegeheime sollten eine aktive Rolle übernehmen und dazu beitragen, dass diese Bedürfnisse auch durch neue Wohnformen erfüllt werden könnten.

Der GSA-Präsident verschwieg nicht, dass es vereinzelt Konflikte geben könne, wenn zum Beispiel Alterswohnungen neben einem Alters- und Pflegeheim erstellt würden und die Betreuung (betreutes Wohnen) dann durch das Alters- und Pflegeheim erfolgt und nicht durch die Spitex (wie beim Alterszentrum in Egerkingen – wir berichteten). Diese Konflikte sollten die Altersheime aber nicht davon abhalten, aktiv zu sein – «schliesslich stellen wir den betagten Menschen in den Mittelpunkt», meinte Hufschmid.

Max Oser als Ressortleiter gewählt

Als konkreten Schritt beschloss die GV auf Antrag des Vorstandes einstimmig, ein Ressort «neue Wohnformen» zu schaffen. Mit dem 52-jährigen Max Oser (Horriwil) stand ein geeigneter Kandidat für das neue Vorstandsressort zur Verfügung. Ursprünglich gelernter Kaufmann, bildete sich Oser später zum Finanzverwalter weiter, absolvierte die Kader- und Heimleiterausbildung, eine Gerontologische Grundausbildung beim Heimverband Schweiz (Curaviva) und schliesslich ein Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft. Seit 2001 ist Max Oser Geschäftsführer des Betagtenheims Blumenfeld in Zuchwil.

Zu den Aufgaben des Ressorts «neue Wohnformen» gehört primär, die GSA-Mitglieder in dieser Frage der strategischen Ausrichtung zu beraten und danach in der operativen Umsetzung aktiv zu unterstützen. (otr)