Personalamt reagiert
Altersguillotine im Stelleninserat? «Einen solchen Fall wird es nicht mehr geben»

Sowohl der Kanton Solothurn als auch die kantonale Gebäudeversicherung publizierten Stelleninserate, in denen nur 30- bis 45-Jährige gesucht wurden. Beim Personalamt hat man reagiert.

Drucken
Teilen
Sorgte für Empörung: Die Stellenausschreibung der Solothurner Gebäudeversicherung.

Sorgte für Empörung: Die Stellenausschreibung der Solothurner Gebäudeversicherung.

Solothurner Zeitung

«Einen solchen Fall wird es in der kantonalen Verwaltung nicht mehr geben.» Das sagt Urs Hammel, Chef des kantonalen Personalamtes, gegenüber dem Regionaljournal von Radio SRF; und zwar zu einem Inserat, das für politische Unruhe gesorgt hatte: Vor rund zwei Monaten hatte das Amt für Justizvollzug ein Stelleninserat geschaltet, in dem nur Bewerber bis 45 zugelassen waren.

Dies verärgerte die Politik, insbesondere SP-Präsidentin Franziska Roth, gehört doch die schwierigere Vermittlung von Arbeitslosen über 50 zu den erkannten Problemen, die man angehen will. Die kantonale Verwaltung habe keine Altersguillotine, betont Hammel nun. Das damalige Inserat sei eine Panne gewesen, so Urs Hammel. «Unsere Mitarbeiter reagieren, wenn entsprechende Entwürfe der Ämter eingehen, und weisen solche Inserate zurück.» Die Kontrollen seien intensiviert worden.

Vergangene Woche schaltete jedoch die Solothurnische Gebäudeversicherung wieder genau so ein Inserat, wie diese Zeitung publik machte. «Diese Inserate laufen nicht über uns», betont Hammel. Die Gebäudeversicherung ist eine staatsnahe öffentlich-rechtliche Anstalt, bei der allerdings Regierungsrätin Brigit Wyss von Amtes wegen Chefin der Verwaltungskommission ist. Wyss wollte das Vorgehen der Gebäudeversicherung auf Anfrage nicht weiter kommentieren. (lfh)

Aktuelle Nachrichten