Todesfall
Alt Regierungsrat Rudolf Bachmann im 100. Lebensjahr verstorben

Der frühere Solothurner Regierungsrat Rudolf Bachmann ist im Alter von 99 Jahren verstorben. Der SP-Politiker gehörte während 16 Jahren der Kantonsregierung an. Er war ein Weggefährte des 1983 verstorbenen Bundesrats Willi Ritschard.

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Robert Bachmann ist gestorben. Auf dem Bild ist er 2015 bei der 125-Jahr-Feier der SP Kanton Solothurn zu sehen. (Archiv)

Robert Bachmann ist gestorben. Auf dem Bild ist er 2015 bei der 125-Jahr-Feier der SP Kanton Solothurn zu sehen. (Archiv)

fg

Der Oltner gehörte von 1969 bis 1985 als Volkswirtschaftsdirektor der Solothurner Kantonsregierung an.
Er möchte gerne 100 Jahre alt werden, pflegte Rudolf Bachmann im fortgeschrittenen Alter zu sagen. Dieses Ziel erreichte er, der am letzten 12. Januar seinen 99. Geburtstag feiern konnte, nicht: Der ehemalige SP-Politiker aus Olten ist am Dienstag, 17. März, nach einem reich erfüllten Leben verstorben.
Der Sohn eines Kaminfegermeisters war in mehreren Gemeinden Bezirkslehrer, so auch in Oensingen, wo er als Gemeinderat und SP-Sektionspräsident amtete.

1961 wurde er Rektor der Oltner Stadtschulen, 1965 bis 1969 gehörte er dem Kantonsrat an, bevor er 1969 in den Regierungsrat gewählt wurde. Dort wirkte er als Volkswirtschaftsdirektor in einer Zeit, als die Krise der hier stark vertretenen Uhrenindustrie im Kanton zu Betriebsschliessungen und zur Entlassungen von Tausenden Arbeitnehmern führte. Mit diversen Sofortmassnahmen wie Krediterleichterungen und einem Fonds für verbilligte und zinslose Darlehen versuchte die Regierung damals Gegensteuer zu geben. Dazu kam, im zweiten Anlauf, dann auch noch ein Wirtschaftsförderungsgesetz.

«Zeitlebens ein politischer Mensch»

In einer Mitteilung würdigt die SP Kanton Solothurn die Verdienste von Rudolf Bachmann. «Mit seinem Tod verliert die Sozialdemokratische Partei einen langjährigen Genossen und Freund, der Kanton einen hervorragenden alt Kantons- und Regierungsrat und seine Familie einen herzensguten Menschen.» Rudolf Bachmann sei zeitlebens «ein politischer Mensch mit grosser Sozialkompetenz» gewesen», heisst es. Bereits als Kantonsrat habe sich «Ruedi», wie er in der Partei genannt wurde, «für die Schwächeren in der Gesellschaft eingesetzt».

Die SP erinnert daran, dass Bachmann während vier Jahren mit Willi Ritschard, der 1973 zum Bundesrat gewählt wurde, dem Regierungsrat angehört hatte. Und mit diesem habe er sich jeweils vor den Regierungssitzungen schon morgens um 6 Uhr getroffen und die Geschäfte beraten. So dürfte das SP-Duo im bürgerlich dominierten Regierungsrat wohl einiges bewirkt haben.

«Ruedi, Du wirst uns sehr fehlen, auch an den Parteiversammlungen, denen Du zeitlebens als aktiver Genosse treu warst», schreibt die SP in dankbarer Erinnerung «für die grosse politische Arbeit und für die gute Freundschaft». Effektiv blieb Rudolf Bachmann auch nach seinem Ausscheiden aus der Regierung ein engagierter Mensch. So etwa als Präsident von Pro Senectute (1972 bis 1990).

Er habe mit dazu beigetragen, diese vom Armenhilfswerk zum Kompetenz- und Dienstleistungszentrum für alle Altersfragen auszubauen, wird sein Wirken dort gewürdigt. Und bis zuletzt setzte sich «Ruedi» auch für seine Partei ein: So etwa im Wahlkampf 2017, als er sich mit jungen und jüngsten Genossen ans Telefon setzte, um potenzielle SP-Wählerinnen und -Wähler für den Urnengang zu motivieren. (ums., mgt)