Museum Altes Zeughaus
Als Solothurner ein «Exportschlager» waren: Auf den Spuren der Söldner

Die neue Ausstellung über Soldwesen im Museum Altes Zeughaus soll zeigen, wo Solothurner einst für andere in den Krieg zogen und warum das Thema auch heute noch aktuell ist.

Noëlle Karpf
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Neue Ausstellung «In aller Herren Länder» im Museum Altes Zeughaus Vor der Vernissage gab es für diese Zeitung schonmal einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung.
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Neue Ausstellung «In aller Herren Länder» im Museum Altes Zeughaus
Noch ist hier eine Mini-Baustelle. Bis zum Abend soll aber alles fertig sein für die Vernissage.
Am Tag vor der Vernissage werden noch die letzten Vorbereitungen getroffen. Hier fehlt noch das Vitrinenglas.
Das sehen die Besucher als erstes, wenn sie in die Ausstellung kommen: Eine Karte auf der zu sehen ist, wo Schweizer Söldner überall gekämpft haben.
Während des Rundgangs läuft immer mal wieder ein Arbeiter mit Rahmen für die Vitrinen vorbei....
Sammlerstücke eines Befehlshaber: Ein eingelegter Waran, ein Panzer einer Schildkröte und ein Elefantenzahn.
Kleiner Einblick in die neue Ausstellung.
Am Tag vor der Vernissage wird der Ausstellung noch der letzten Schliff verpasst: Die Vitrine mit der Uniform kriegt noch einen Rahmen verpasst.
Platz machen für den Rahmenträger!
Schicke Schuhe: Die gehörten dem ersten Solothurner Kommandant der päpstlichen Schweizer Garde. Schicke Schuhe: Die gehörten dem ersten Solothurner Kommandant der päpstlichen Schweizer Garde.
Am Tag vor der Vernissage wird noch gearbeitet: Hier soll noch eine grosse Flagge hinkommen.
Und noch mal der Rahmenträger.
Das hat einem Solothurner Befehlshaber gehört: Nebst der Uniform auch ein Kochset - inklusive Teekessel und Salzstreuer.
Diese Uniform trug der erste Solothurner Kommandant der Schweizer Garde - Georges von Sury d'Aspremont.
Die Ausstellungsstücke sind vor der Vernissage noch nicht geschützt. Die Arbeiter bringen noch Rahmen, und später eine Glasscheibe an.

Neue Ausstellung «In aller Herren Länder» im Museum Altes Zeughaus Vor der Vernissage gab es für diese Zeitung schonmal einen kleinen Rundgang durch die Ausstellung.

Thomas Ulrich

Solothurn – die Ambassadorenstadt. Das dürfte Vielen ein Begriff sein. Für was steht der aber genau? «Viele wissen, dass das Soldwesen in der Stadt Solothurn einmal eine wichtige Rolle gespielt hat», sagt Claudia Moritzi, Co-Museumsleiterin im Alten Zeughaus. «Viele denken dabei aber einfach an Frankreich.» Dabei hätten Solothurner in der Vergangenheit nicht nur für Frankreich gekämpft, sondern waren ein «Exportschlager».

Mit anderen Eidgenossen kämpften sie in ganz Europa und sogar auch auf anderen Kontinenten für fremde Herrscher. «Den Leuten ist das aber nicht bewusst», fährt die Co-Museumsleiterin fort. Eine neue Ausstellung soll das ändern. «In aller Herren Länder» wird mit der heutigen Vernissage offiziell eröffnet.

Wohlstand dank Soldwesen

Frankreich spielte in der Vergangenheit tatsächlich eine wichtige Rolle für Solothurn. So residierte der französische Botschafter – Ambassador – in Solothurn. Daher auch der Name Ambassadorenstadt. Und Frankreich konnte viele Solothurner als Söldner engagieren. Wodurch die Stadt wiederum reich wurde. Bei einem Rundgang durch die Altstadt erinnern prunkvolle Gebäude wie das Palais Besenval oder der Ambassadorenhof heute noch daran. Auch das Schloss Waldegg wurde durch das Soldwesen «gesponsert».

Solothurner zogen aber nicht nur für Frankreich in die Schlacht. Wer durch die neue Ausstellung geht, erhält verschiedene Schweizerregimente vorgestellt. Also Truppen Schweizer Söldner, die vom 17. bis ins 20. Jahrhundert für andere Länder gekämpft haben. Eidgenossen kämpften auch für Spanien oder England – und kamen so bis nach Ägypten und auch in die Türkei. Nicht wenige Befehlshaber dieser Regimente tragen bekannte Solothurner Namen: Die von Sury's und von Roll's verdienten mit dem Soldwesen gutes Geld.

«Es geht in der Ausstellung auch darum, was neben dem Schlachtfeld geschah,» sagt Moritzi. So erfahren die Museumsbesucher beispielsweise, dass Schweizer Söldner einst in die Türkei ausrückten, dort aber nie zum Kämpfen kamen. Und stattdessen ein Schwingfest veranstalteten. Oder, dass ein Befehlshaber zum Sammler wurde – und einen Elefantenzahn und einen in Spiritus konservierten Waran mit nach Hause nahm. Zuletzt solle «in aller Herren Länder» auch klar machen, dass das «fremde Dienste» bis heute noch immer Thema seien, so Moritzi.

Obwohl Schweizer heute keiner ausländischen Armee mehr beitreten dürfen. Trotzdem gibt es die päpstliche Schweizer Garde noch, die allerdings einen reinen Wachdienst erfüllt. Weitere Themen sind der spanische Bürgerkrieg und die deutsche SS im Zweiten Weltkrieg. Denn: «Auch dort waren Schweizer beteiligt – nicht als Söldner, sondern als Freiwillige», so Moritzi.

Die Vernissage der Ausstellung «in aller Herren Länder» findet heute um 18.30 Uhr im Museum Altes Zeughaus in Solothurn statt. Danach sind weitere Anlässe geplant. Am Sonntag 25. Juni gibt der Vize-Kommandant der päpstlichen Schweizergarde Auskunft. Des weiteren finden verschiedene Themenabende statt, die unter anderem das Soldwesen in der heutigen Zeit thematisieren: Mehr Infos unter: www.musem-alteszeughaus.so.ch