Erinnerung an Landesstreik
Als Frauen mehr als eine Stunde für ein Kilo Kartoffeln arbeiten mussten

In Oensingen, Olten und Niedergösgen stehen neuerdings Denkmale. Sie verweisen auf die prekären Verhältnisse während des Ersten Weltkrieges im Kanton. Gewidmet sind die überlebensgrossen Werke Frauen, die 1915 bei einem Unglück in der Kammfabrik Mümliswil ihr Leben verloren haben.

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Landesstreik im November 1918: Menschen fliehen vom Münsterhof in Zürich nach Schüssen der Armee. HO

Landesstreik im November 1918: Menschen fliehen vom Münsterhof in Zürich nach Schüssen der Armee. HO

Hohe Lebenskosten, die Verfügbarkeit von Lebensmitteln, steigende Preise, lange Arbeitszeiten und schwindende Kaufkraft der Löhne prägten den Alltag während und nach den Kriegsjahren.

Frauen trugen die schwierigen Lebensbedingungen mit: Sie übernahmen die Arbeit der zum Wehrdienst eingezogenen Männer, betreuten Familie und Angehörige, pflanzten Gemüse, arbeiteten zu tiefen Löhnen und zahlten Steuern. In der Geschichtsschreibung fanden sie bislang jedoch eher wenig Beachtung.

Mit den Denkmalen thematisiert das Kulturprojekt «Verschiebungen 18/18» die wirtschaftliche Not, die als wichtiger Auslöser des Landesstreiks vom November 1918 gilt. Zuvor standen die überlebensgrossen Werke im nördlichen Kantonsteil. Nach ihrem Aufenthalt in Oensingen, Olten und Niedergösgen ziehen sie Mitte Oktober in die Bezirke Bucheggberg, Lebern und Solothurn weiter. Die genauen Standorte werden laufend auf der Website www.dasdenkmal.ch publiziert. (mgt)