Analyse

Als das Wasser knapp wurde: So trocken war der Sommer 2018

Im Juragebiet während des Sommers ein verbreitetes Bild: Praktisch ausgetrocknete Oberflächengewässer. Archiv az

Im Juragebiet während des Sommers ein verbreitetes Bild: Praktisch ausgetrocknete Oberflächengewässer. Archiv az

Sommer 2018: Die meisten denken da an Badespass, endlose Sommerabende, mediterrane Stimmung. Die Natur aber litt zeitweise stark unter der Trockenheit. Primär im Juragebiet wurde das Wasser knapp.

Das kantonale Amt für Umwelt (AfU) hat die Daten des «Trockensommers 2018» analysiert. Fazit: Die Folgen der Trockenheit waren regional recht unterschiedlich und nicht ganz so ausgeprägt wie im Hitzesommer 2003.

Die Niederschlagsmengen der Monate Juni bis Oktober lagen im ganzen Kanton deutlich unter dem Mittel der letzten 10 Jahre, fasst das AfU zusammen. Dies gelte ausgeprägt für die Gebiete am Jurasüdfuss und im Mittelland. So betrugen die Niederschläge beispielsweise in Schönenwerd in den Sommer-/Herbstmonaten nur 55 Prozent des Mittelwerts.

Juragebiete: Mehr Regen – aber schneller versickert

Etwas weniger unterdurchschnittlich waren die Niederschlagsmengen im Solothurner Jura: In Erschwil etwa wurden – dank sporadischer Sommergewitter – im selben Zeitraum immerhin 76 Prozent der mittleren Niederschlagsmenge erreicht. Von September bis Oktober war aber auch hier die Trockenheit ebenso ausgeprägt wie südlich des Jura. Und: Im Jurakarst-Untergrund versickert das Regenwasser hier schnell.

Niederschläge am Beispiel Erschwil und Schönenwerd: Regionale Unterschiede im Sommer, durchweg trocken im Herbst.

Ried, Erschwil

Ried, Erschwil

Spitzacker, Schönenwerd

Spitzacker, Schönenwerd

Die AfU-Bilanz von Januar bis Oktober wird in allen Regionen vor allem dank des ausgeprägt nassen Jahresbeginns aufgebessert: Verbreitet fiel im Januar 2018 mehr als die doppelte Regenmenge als im langjährigen Mittel, wovon insbesondere das Grundwasser noch den ganzen Sommer zehren konnte. Für zusätzliche Entspannung sorgten die starken Regenfälle gegen Jahresende, die in der AfU-Auswertung noch nicht berücksichtigt sind.

Der Grundwasserspiegel sank kontinuierlich

Dank der lang anhaltenden Januar-Niederschläge bewegten sich die Grundwasserspiegel trotz folgender Trockenheit im Rahmen des normalen Jahresverlaufs. «Während der Sommermonate sank der Grundwasserspiegel kontinuierlich», bilanziert das Amt für Umwelt: «Daran änderten die Sommer-Niederschläge wenig, da diese während der Vegetationszeit das Grundwasser kaum erreichen.»

Ein Vergleich mit dem Hitzesommer 2003 zeigt, dass die Grundwasserspiegel – hier am Beispiel der Messstelle Eichholz, Kriegstetten – im letzten Sommer und Herbst die Werte aus dem Jahr 2003 nicht unterschritten.

Sinkender Grundwasserstand wegen der ausbleibenden Niederschläge: Nicht ganz so ausgeprägt wie 2003.

Sinkender Grundwasserstand wegen der ausbleibenden Niederschläge: Nicht ganz so ausgeprägt wie 2003.

Entsprechend mussten gemäss AfU in den Bezirken Wasseramt, Gäu, Olten und Niederamt keine Einschränkungen der Grundwassernutzung vorgenommen werden. Auch in den Jura-Gemeinden im oberen Thal und im Thierstein, die keinen Zugang zu Grundwasservorkommen haben, konnte die Trinkwasserversorgung trotz eines erheblichen Rückgangs der Quellen gewährleistet werden, hält das AfU fest.

Regionale Unterschiede sind auch bezüglich der Oberflächengewässer sichtbar: Bäche in höheren Lagen und insbesondere im Jura wiesen aussergewöhnlich tiefe Abflusswerte aus. Insbesondere die Oberläufe etwa der Lüssel, der Lützel oder des Seebachs waren zeitweise fast ausgetrocknet.

In tieferen Lagen profitierten die Bäche laut AfU jedoch vom Grundwasserzufluss: «Deshalb war zum Beispiel der Abfluss der Dünnern oder der Oesch zwar gering, aber relativ stabil.» Entsprechend mussten die Wasserentnahmen aus der Dünnern für Bewässerungen nicht wie befürchtet eingeschränkt werden.

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