«Tag der Biodiversität»
Alles andere als nur eine Spinnerei

Der «Tag der Biodiversität» der Pädagogischen Hochschule bewies, wie auch die kleinsten Tiere Grosses bewirken können.

Gizem Meric
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Die zahlreichen Spinnenarten begeisterten die Interessenten sehr.

Die zahlreichen Spinnenarten begeisterten die Interessenten sehr.

Gizem Meric

«Igitt, eine Spinne!» So reagieren die meisten, wenn sie einen Achtbeiner in ihrer Badewanne auffinden. Auch wenn manche Personen schon nur beim Gedanken daran Albträume bekommen, gehört die Spinne für andere zu den faszinierendsten Kreaturen der Welt. Am «Tag der Biodiversität» an der Pädagogischen Hochschule Solothurn wurde unter anderem diese Tierart unter die Lupe genommen.

Der Anlass spiegelte primär die Wichtigkeit der Pflanzen und Tiere für das Ökosystem wider. Den Studierenden wollte man damit die Vorteile naturnaher Schulumgebungen für den Unterricht zeigen, indem die Exkursionen entlang des Areals der Pädagogischen Hochschule durchgeführt wurden. Der Unterricht in der Nähe der Natur sei auch eine Voraussetzung für die gesunde Entwicklung der Kinder, so die erklärte Absicht.

40 000 Arten

Gemeinsam mit der Biologin Anna Stäubli und anderen Interessenten erfolgte unter strömendem Regen die Suche nach einigen der 983 Spinnenarten, die es in der Schweiz gibt. Auf der ganzen Welt wären es sogar 40-mal mehr. «Da sich Spinnen in allen Ökosystemen wohlfühlen, trifft man zum Beispiel die «Zitterspinne» nicht selten im eigenen Haushalt an», erklärte Stäubli.

Diese Spinnenart erkenne man an ihrem kleinen Körper und ihren langen Beinen, wobei sie für Menschen keine Gefahr darstellt. Auch die sogenannte «Hauswinkelspinne» sei in der Schweiz oftmals anzutreffen. Wie es der Name schon verrät, hält auch sie sich sehr gerne in wärmeren Umgebungen wie in einer Wohnung auf. «In der Schweiz sind effektiv keine Arten vorhanden, welche gefährlich für die Menschen sind. «Ein Spinnenbiss würde somit nur einem Wespenstich gleichkommen», erklärt Stäubli.

Räuberische Tiere

Auch wenn diese Achtbeiner grösstenteils harmlos sind, gehören sie dennoch zu den Fleischfressern und sind sich auch gegenseitig eine Beute, wie man es vor allem von der «Schwarzen Witwe» kennt. «Dabei frisst das Weibchen nach erfolgter Paarung das Männchen auf. Somit ist sie gestärkt für die Aufzucht ihrer Jungen», fügt die Biologin hinzu.

Die meisten Spinnen wären auch in der Lage, monatelang ohne Nahrung auszukommen. Je nach Sättigungsgrad verändert sich dabei aber die Körpergrösse. Trotz all den Ängsten übernehmen die Achtbeiner einen wichtigen Part unseres Ökosystems, was sie wiederum noch faszinierender macht.

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