Kunst- und Kulturpreisverleihung
Alle Sparten der Kultur werden ausgezeichnet

Im Stadttheater Olten fand am Montagabend die Preisverleihung des Kunst- und Kulturpreises 2016 statt.

Fränzi Zwahlen Saner
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Gleich gehts los: Preisträger und Laudatoren mit Regierungsvertretern im Stadttheater Olten, wo die Preisverleihung stattfand.
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Verleihung der Kunst- und Kulturpreise 2016 in Olten
Heinz Jeker (l.), Alt-Kuratoriumspräsident, und Künstler Jörg Mollet
Der vormalige Kunstpreisträger Franz Anatol Wyss (l.) im Gespräch mit Alfred Maurer, dem ehemaligem Kuratoriumspräsidenten.
(v. l.) Kuratoriumspräsident Christoph Rölli, Remo Ankli, Regierungsrat, und Andrea Affolter, Mediensprecherin der Solothurner Regierung.
Georg Darvas, Leiter Theater Dornach (l.) spricht mit Roland Fürst, Landammann.
Ständeratspräsident Raphaël Comte (l.) mit Andreas Eng, Staatsschreiber.

Gleich gehts los: Preisträger und Laudatoren mit Regierungsvertretern im Stadttheater Olten, wo die Preisverleihung stattfand.

Bruno Kissling

Jedes Jahr zeichnet der Solothurner Regierungsrat auf Antrag der Fachkommissionen des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung Kunstschaffende in verschiedenen Sparten aus.

Einer Persönlichkeit wird jeweils der sogenannte Kunstpreis, die höchste kantonale Auszeichnung für kulturelle Verdienste im Kanton Solothurn, zugesprochen. Am Montagabend fand die Preisverleihung im Stadttheater Olten statt.

Flury für sein Lebenswerk

Dieses Jahr wurde dem Solothurner Musiker und Komponisten Urs Joseph Flury der Kunstpreis des Kantons Solothurn zugesprochen. Er ist mit der Summe von 20'000 Franken dotiert.

Urs Joseph Flury: «Ich nehme den Preis mit Demut entgegen»

Traditionsgemäss dankt der jeweilige Kunstpreisträger im Namen aller Preisträgerinnen und Preisträger dem Regierungsrat für seine Auszeichnungen. Komponist Urs Joseph Flury nahm darüber hinaus die Gelegenheit war, in seiner Dankesrede seine Kompositionsarbeit dem Publikum näher vorzustellen und meinte zu Beginn: «Ich nehme diesen Preis mit Demut entgegen, denn ich weiss, dass sowohl in der Vergangenheit, wie in der Gegenwart bedeutende Persönlichkeiten diesen Preis mindestens ebenso verdient hätten.»

Die Auszeichnung habe ihn besonders deshalb überrascht, da heute üblicherweise mehrheitlich avantgardistische Kompositionen bei Preisverleihungen berücksichtigt würden. Er werde meist als rückwärtsgerichteter Epidgone abgestempelt. Seine Musiksprache bewege sich innerhalb der Tonalität der Spätromantik und des Impressionismus und er wisse, so Flury, dass es für viele Orchestermusiker eine Qual sei, avantgardistische Musik zu spielen.

Tragender Gedanke seiner Kompositionen seien eine Melodie, oder eine Kette von Harmonien. Am leichtesten falle ihm die Vertonung eines Textes. (frb)

Mit acht Fachpreisen wurden weitere Kunst- und Kulturschaffende des Kantons Solothurn geehrt.

Es sind dies: Stéphanie Bühlmann, Preis für Musik – Sopranistin aus Däniken; Stefan Jaeggi, Preis für Fotografie – Fotograf aus Halten, wohnhaft in Zürich; Marcel Peltier, Preis für Malerei – Kunstschaffender aus Olten; Markus Egli, Preis für Kulturvermittlung – pensionierter Lehrer und Kulturvermittler aus Matzendorf; Katharina Rupp, Preis für Theater – Schauspieldirektorin Theater und Orchester Biel Solothurn Tobs; Stefan Feingold, Preis für Musik – Gitarrist und Komponist aus Solothurn; Fraenzi Neuhaus, Preis für dreidimensionales Schaffen – Kunstschaffende aus Solothurn und «Das narrativistische Literaturmagazin», Preis für Literatur – Daniel Kissling, David Lüthi, Lukas Gloor, René Frauchiger, Adam Schwarz, Mirko Leuenberger aus Olten.

Mit einem Anerkennungspreis würdigt zudem der Solothurner Regierungsrat eine weitere Persönlichkeit für deren kulturelles Schaffen. Es ist dieses Jahr die Günsberger Künstlerin und pensionierte Lehrerin Johanna Borner.

Johanna Borner begeistert seit Jahren viele Menschen mit ihrem kulturellen Schaffen auf verschiedenen Gebieten.
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Marcel Peltier arbeitet in seinem Atelier in der Ateliergemeinschaft in Olten
Stephanie Bühlmann, Sopranistin
Der pensionierte Sek-I-Lehrer Markus Egli engagiert sich seit vielen Jahren in verschiedenen kulturellen Projekten im Thal.
Der «Narrativistische Verein» Olten
Stefan Jaeggi
Fraenzi Neuhaus schafft Rauminstallationen aus Nylon, Glasfasern oder Kunststoffen.
Stefan Feingold
Katharina Rupp ist seit 2007 am Theater und Orchester Biel Solothurn (Tobs) neben ihrer Regietätigkeit auch als Schauspieldirektorin tätig.

Johanna Borner begeistert seit Jahren viele Menschen mit ihrem kulturellen Schaffen auf verschiedenen Gebieten.

Thomas Ulrich

Sie alle erhalten die Preissumme von 10'000 Franken. Mitglieder des Kuratoriums hielten am Montagabend jeweils die Laudationes für die Preisträger. Durch den Abend führte der Präsident des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung Christoph Rölli.

Neben den Rednern konnte als Ehrengast auch Ständeratspräsident Rafaël Comte begrüsst werden. Musikalisch umrahmt wurde der Abend mit Musik aus der Feder des Kunstpreisträgers.

2017 gibt es eine kantonale Kulturkonferenz

2,7 Milliarden Franken gebe die öffentliche Hand in der Schweiz für die Kultur aus», begann Landammann Roland Fürst seine Rede und er fragte: «Was kriegen wir dafür?». Die ganze Vielfalt des Kulturschaffens, gab er gleich selbst die Antwort.

Fürst betonte, Kultur generiere auch Wertschöpfung, das dürfe man nicht vergessen Er zitierte eine Studie, in Auftrag gegeben von der Bank Julius Bär, die aufzeigt, dass Kultur eine eindeutig positive Bruttowertschöpfung nachgewiesen werden kann.

So gesehen sei Kultur nicht einfach bloss ein Kostenfaktor, sondern etwas, was durchaus auch ökonomisch seinen Wert habe.

Der Kanton Solothurn fördere die Kulturschaffenden nicht bloss deshalb, weil es sich so gehört, sondern: «Weil wir den Wert der Kultur kennen, ihn schätzen und die Kultur in ihrer Vielfalt leben und erhalten wollen.» Der Kanton tue in Zukunft vermehrt etwas dafür.

«Nächsten Frühling wird zum ersten Mal eine kantonale Kulturkonferenz stattfinden.» Dort wolle man sich grundlegenden Fragen der Kulturförderung widmen, denn das Solothurner Förderprogramm stamme aus den 60iger Jahren. (frb)

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