Die Naturforschende Gesellschaft des Kantons Solothurn gibt in Abständen von zwei bis drei Jahren ihre «Mitteilungen» mit Berichten und Aufsätzen zu verschiedensten naturwissenschaftlichen Themen rund um den Kanton Solothurn heraus. Jetzt hat mühsames Sichten in Archiven ein Ende, denn ab sofort sind alle bisher erschienenen Berichte online, via «retro.seals.ch» abrufbar. Und zwar lückenlos seit Bestehen der Gesellschaft im Jahr 1823, also vor 193 Jahren.

«Für uns ein Quantensprung»

Der Präsident der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Solothurn, der Oltner Peter Flückiger, freut sich ausserordentlich. «Unter der Online-Adresse http://reto.seals, einem Dienst der ETH-Bibliothek, wurden alle unsere Schriften in dieses Online-Archiv aufgenommen.» Der Direktor des Naturmuseums Olten meint: «Das bedeutet für unsere Gesellschaft einen Quantensprung in Richtung Zukunft.»

Seit Bestehen der Gesellschaft sind Hunderte von Artikeln von Solothurner Wissenschaftlern oder wissenschaftliche Abhandlungen über den Kanton Solothurn erschienen. Diese belegen einerseits das langjährige Wirken der Gesellschaft; andererseits sind sie auch ein Fundus für verschiedenste wissenschaftliche Themen. Und sie alle sind jetzt global zugänglich.

Die Naturforschende Gesellschaft des Kantons Solothurn wurde 1823 vom gebürtigen Grenchner Franz Peter Hugi ins Leben gerufen. «Die Gründung geht zurück auf die Zeit der einsetzenden Naturbegeisterung und Beschäftigung mit der natürlichen Umwelt zu Beginn des 19. Jahrhunderts», schrieb der Vorgänger von Flückiger im Präsidentenamt, Peter Berger, anlässlich des 175-jährigen Bestehens 1998.

In den ersten Jahren referierten die städtischen Mitglieder untereinander über ihre wissenschaftlichen Erkenntnisse, jeweils in der «Wirthen» oder in der «Krone» in Solothurn bei einem guten Glas Wein. Ausserstädtische Mitglieder waren angewiesen, in ihrem Umfeld meteorologische Daten zu sammeln.

Es wurde über so skurrile Themen wie «Über das Bepicktwerden der Hühner in einem fremden Hühnerstall» oder auch «Über das Erdbeben im Jura 1356, vom geognostischen Standpunkt aus betrachtet» referiert.

Heute konzentriert sich die Gesellschaft weniger auf die Forschung als vielmehr auf die Publikation naturwissenschaftlicher Forschungsergebnisse, mittels der «Mitteilungen». In jedem Winterhalbjahr wird zudem an sechs öffentlichen Vorträgen sowie einer Jahresexkursion aus Naturwissenschaft, Technik oder Medizin informiert. Die Vorträge finden in den Naturmuseen in Solothurn und Olten statt. Im Jahr 2014 zählte die Gesellschaft 299 Mitglieder.

Die zuletzt erschienene Ausgabe der «Mitteilungen» 2014 beschäftigte sich vorwiegend mit dem Solothurner Wald unter dem Titel: «Die natürliche Vielfalt der Wälder im Kanton Solothurn» sowie «Klimawandel als Herausforderung für den Wald und die Waldwirtschaft».

Die nächste Veranstaltung der Naturforschenden Gesellschaft des Kantons Solothurn findet am Montag, 7. März, um 20 Uhr im Naturmuseum Olten statt, wo über «Ursache und Wirkung – die neue Belchentunnelröhre als Antrieb zur Rettungsgrabung Fasiswald» referiert wird. Am 21. März findet die Hauptversammlung in Solothurn statt, an der Kathrin Altwegg über die Rosetta-Mission spricht.

Infos: www. ngso.ch. Unter «Publikationen» sind die «Mitteilungen» zu finden.