Nach Pleite
Alle Löhne der Blackout-Mitarbeiter sind gedeckt

Die Sachwalterin der pleitegegangenen Boutiquenkette Blackout aus Oensingen zieht eine Zwischenbilanz. 380 Beschäftigte, die ihren Job verloren haben, erhalten ihre Löhne und Sozialversicherungsprämien vollumfänglich bezahlt.

Franz Schaible
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Die Blackout-Filiale in Grenchen wurde geschlossen. (Archiv)

Die Blackout-Filiale in Grenchen wurde geschlossen. (Archiv)

Oliver Menge

Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende: Diese Redewendung trifft für die rund 500 Angestellten der pleitegegangenen Modekette Blackout zu.

120 Betroffene werden, wie seit längerem bekannt, in den 32 von der Jeans Fritz Schweiz AG übernommenen Blackout-Filialen weiterbeschäftigt. Die restlichen 380 Beschäftigten in den geschlossenen 60 Filialen und der Logistikzentrale in Oensingen haben dagegen ihre Jobs verloren.

Wenig Hoffnung für Lieferanten

Immerhin kann jetzt die im Nachlassverfahren eingesetzte Sachwalterin BDO Bern auch für diese Angestellten etwas positives vermelden. «Alle Mitarbeitenden erhalten vollumfänglich ihre Löhne und die Sozialversicherungsbeiträge werden bezahlt», erklärt auf Anfrage Christian Kunz, zuständig bei der BDO für das Blackout-Nachlassverfahren.

Das heisst: Für die privilegierten Gläubiger der ersten und zweiten Klasse gebe es keine Ausfälle, so Kunz. Zudem habe laut seinem Kenntnisstand die grosse Mehrheit der Betroffenen auch wieder einen neuen Arbeitsplatz gefunden.

Dagegen sieht es für die sogenannten Drittklass-Gläubiger, also Lieferanten, Vermieter oder Energieversorger, deutlich schlechter aus. Zwar könne er über die eingegangenen Forderungen und die vorhandenen Aktiven und somit über eine allfällige Nachlassdividende noch keine Angaben machen. «Aber diese wird nicht berauschend sein.»

Umsatzverlust und tiefrote Zahlen

Das Aus der Modekette wurde im vergangenen Februar eingeläutet. Wegen massiver Umsatzverluste, tiefroter Zahlen und argen Liquiditätsproblemen gingen die Blackout-Kette und deren Logistikcenter in Oensingen in die Nachlassstundung. Nun wurde diese mit Urteil des Amtsgerichtspräsidenten Thal-Gäu für sechs Monate bis zum 4. Mai 2017 verlängert. Dies geht aus einem Eintrag im Amtsblatt des Kantons Solothurn hervor. Kunz hofft, bis dann das Verfahren mit einem vom Gericht genehmigten Nachlassvertrag abschliessen zu können.
Im Kanton Solothurn bleibt die «neue Blackout-Kette» präsent.

Laut der auf der Homepage Blackout.ch aufgeschalteten Liste über die Verkaufsstellen werden die Geschäfte in Egerkingen, Schönenwerd, in Langendorf und in Zuchwil weiterbetrieben.

Auffallend dabei ist, dass diese Standorte jeweils in mehr oder weniger gut frequentierten Einkaufszentren integriert sind. In Langendorf ist es das Migros-Ladendorf, in Schönenwerd Fashion Fish, in Egerkingen der Gäupark und in Zuchwil das Birchi Center. Die drei Filialen in Grenchen und zweimal in Olten wurden dagegen dichtgemacht.

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