Kein Wunder, lässt sich Rolf Studer seine Laune jetzt durch nichts verderben. Die Stimmung beim Vizepräsidenten der Seilbahn Weissenstein ist gelöst und das wohl nicht nur gegen aussen hin. Ja klar, bestätigt Studer, bis zum Betriebsstart der Gondelbahn am 20. Dezember gebe es noch viel zu tun. Gefordert sind vor allem die Bauarbeiter in den drei Stationen, da mag man schon in Hektik verfallen. «Doch jetzt sollte nichts mehr schiefgehen», so Studer. Es fehle eigentlich nur noch die Genehmigung aus Bern.

Anfang Dezember wird die Bahn von Beamten des Bundesamts für Verkehr eingehend geprüft. Am 19. Dezember soll dann die Betriebsfreigabe erfolgen – einen Tag vor der Eröffnung. Doch wie schon Geschäftsführer Konrad Stuber bestätigt auch Studer: Die derzeitige Vorabname laufe wie gewünscht. Nur da und dort sind Feinarbeiten oder Justierungen nötig. Und diese seien nicht der Rede wert.

Fahrpläne aufgeschaltet

Jedenfalls ist sich die Betreiberin jetzt ihrer Sache derart sicher, dass sie die entscheidenden Weichen gestellt hat: Das Programm für das Eröffnungsfest ist bekannt, Fahrpläne und Preislisten sind im Netz aufgeschaltet. Grosses Aufatmen am Berg also? Nun, Studer freut sich freilich auch mit Blick aufs Geld. Jede einzelne der Gondeln sollte einen Paten erhalten – eine Gotte oder einen Götti, wie die Bahn das nennt. Stolze 5000 Franken kostet ein Metallschild mit Signet und Namensgravur in einer der Kabinen. Alle Gondeln haben schon einen Sponsor gefunden, viel früher als angenommen. Kleine Milchbuchrechnung, ohne Gewähr auf deren Richtigkeit: Bei 49 Gondel-Sponsoren, die einmalig je 5000 Franken bezahlt haben, hat die Seilbahn allein damit 245 000 Franken verdient.

Zumindest liest sich die Paten-Liste wie ein kleines Who’s who der lokalen Wirtschaft. Wer draufsteht, suggeriert die Liste, fühlt sich dem Solothurner Berg verpflichtet. Oder wie formuliert es die Betreiberin gleich selbst: Wer die Bahn unterstütze, dürfe auf einen «grossen Sympathie-Bonus» zählen in der Region.

Allein, auch zwölf Gemeinden – viele haben Aktien der Bahn gezeichnet – stehen Pate. Apropos Sponsoring: Sämtliche Werbeflächen an den Masten der Bahn sollen schon verkauft sein. Kostenpunkt laut offizieller Preisliste: 10 000 Franken pro Mast.

Und der Parkplatz-Knatsch?

Der Vorverkauf für die Fahrkarten laufe ebenfalls sehr gut, heisst es bei der Betreiberin. Am Tag der Eröffnung sollen die Geschwister Biberstein, die Ländlergiele Hubustei und der Chor Tertianum auftreten. Wer am Fest ans Rednerpult treten und Taufpate der Bahn wird, will Vizepräsident Studer derweil noch nicht verraten.

Einen Knackpunkt gäbe es ja dann doch noch: eine Beschwerde der BLS ans Verwaltungsgericht. Ihr gehört das Parkplatz-Areal bei der Talstation in Oberdorf. Die Berner waren mit dem Vorschlag, wie die Parkfelder gestaltet werden, nicht einverstanden. Ist nun tatsächlich eine Einigung in Sicht? «Die Verhandlungen stehen vor dem Abschluss», bestätigt Rolf Studer.

Die Parteien haben Stillschweigen vereinbart. Nur so viel: Die Parkplätze seien nicht grundsätzlich bestritten. «Völlig unnötig», so Studer, seien die Gerüchte, die Unstimmigkeiten setzten gleich die ganze Eröffnung aufs Spiel. Am Eröffnungstag plane man ohnehin ein spezielles Parkplatz-Regime. Ruhig Blut, findet Studer und lächelt fein. «Jetzt fehlt nur noch der Schnee.»