Am Samstag, 4. Juni 2016, wird das Kernkraftwerk Gösgen (KKG) planmässig zur Jahresrevision abgeschaltet. Der Betriebsunterbruch für den Brennelementwechsel und für die Unterhaltsarbeiten dauert rund drei Wochen, wie es am Freitag in einer Medienmitteilung heisst. 

In der Jahresrevision werden 36 der insgesamt 177 Brennelemente durch neue Elemente aus wiederaufgearbeitetem Uran (WAU) ersetzt. Zusätzlich zum Brennelementwechsel werden umfangreiche wiederkehrende Prüfungen und Instandhaltungsarbeiten an bau-, maschinen-, elektro- und leittechnischen Systemen und Komponenten durchgeführt.

Zum Beispiel wird die Unterseite des Reaktordruckbehälter-Deckels einer visuellen Überprüfung unterzogen und eine Ultraschall-Inspektion  der Schweissnaht am Deckel-Flansch durchgeführt. Die Wasserkammern an der Ein- und Austrittsseite am Unterteil von zwei Dampferzeugern werden visuell überprüft. Mit einem Versuch wird die elektrische Noteinspeisung aus dem Wasserkraftwerk Gösgen getestet. 

Der vergangene 37. Betriebszyklus dauerte 332 Tage. In dieser Zeit produzierte das KKG 7’945 Millionen Kilowattstunden Strom und deckt damit rund 14 Prozent des schweizerischen Strombedarfs. Die Anlage wurde ohne sicherheitstechnische Probleme betrieben. Die Mitarbeitenden des KKG werden während der Revision von über 750 externen Fachkräften von über 100 in- und ausländischen Unternehmen unterstützt.

Im Vorjahr wurde der Reaktordruckbehälter (RDB) einer erweiterten Ultraschallprüfung unterzogen, um mögliche Fehlstellen in der RDB-Wand sichtbar zu machen. Zusätzlich wurde eine Druckprobe des RDB und der zugehörigen Leitungen durchgeführt. Bei der Sonderprüfung wurden keinerlei Anzeichen von wasserstoffinduzierten Fehlern in der Behälterwand festgestellt. Zusammen mit den regulären Wiederholungsprüfungen bestätigte die Sonderprüfung den einwandfreien Zustand des Reaktordruckbehälters. (jak)