Wettbewerb

AKB müsste aggressiv vorgehen, um im Kanton Solothurn Fuss zu fassen

Filiale der Aargauer Kantonalbank an zentraler Lage in Olten.

Filiale der Aargauer Kantonalbank an zentraler Lage in Olten.

Der Bankenplatz Solothurn gilt bei Branchenkennern als einer der wettbewerbsintensivsten der Schweiz. Stösst die Aargauische Kantonalbank weiter nach Westen vor, würde der Wettbewerb unter den Solothurner Banken noch einmal intensiviert.

Der Chef der Aargauischen Kantonalbank (AKB), Rudolf Dellenbach, will es nochmals wissen. Im Interview mit der Aargauer Zeitung anlässlich des 100-jährigen Bestehens seiner Bank 2013 spricht er von Expansionsplänen. «Nach Olten sind wir bereits vorgestossen. Der Kanton Solothurn hat keine Kantonalbank, allenfalls wäre deshalb eine Expansion nach Westen für uns interessant», sagte Dellenbach auf die Frage nach Wachstumsmöglichkeiten (wir berichteten).

Keine Bank mit Staatsgarantie

In der Tat hat Solothurn seit Mitte der 90er-Jahre keine Bank mit Staatsgarantie mehr. Doch andere Banken gibt es mehr als genug. Die Baloise Bank SoBa hat aus den Trümmern der Kantonalbank ein schlagkräftiges Netzwerk aufgebaut. Die beiden Grossbanken sind in allen drei Solothurner Städten präsent; von den ebenfalls gut verankerten Regional- und Raiffeisenbanken nicht zu reden. Sogar für Coop- und Migrosbank hat es noch Platz.

Neu dazu gekommen ist vor zehn Jahren die Berner Kantonalbank BEKB, die inzwischen fünf Standorte in vier Gemeinden hat plus eine mobile Bank. Ein weiterer BEKB-Standort wird 2014 im Roggenpark Oensingen dazukommen.

Solothurn bereits «overbanked»

Die Bankenvertreter am Platz Solothurn geben sich denn auch gegenüber der Rhetorik aus dem Aargau eher gelassen. Markus Boss, CEO der Regiobank Solothurn: «Ich würde mich wundern, wenn die AKB tatsächlich in Solothurn einen Standort eröffnen würde.» Gelte die Aargauische Kantonalbank doch in der Branche als «nicht speziell aggressiv». Aggressiver Wettbewerb wäre wohl aber angesagt, wenn man in der Region noch Marktanteile gewinnen wolle. Denn der Kanton Solothurn sei schon heute im Vergleich zu seiner Grösse «overbanked», bestätigt Boss.

Ähnlich äussert sich Roland Fürst, Präsident der Solothurner Raiffeisenbanken. «Im Kanton Solothurn gibt es sicher genug Bankinstitute. Ein neuer Mitbewerber würde zwar den Wettbewerb zusätzlich beleben, er hätte es aber bestimmt nicht leicht, Fuss zu fassen.» Verhindern könne man diesen Schritt aber nicht.

Keinen Kommentar abgeben möchte SoBa-Sprecher Marco Sauser. «Die Baloise Bank SoBa ist im Marktgebiet Solothurn bestens verankert und gut positioniert. Spekulationen von Mitbewerbern kommentieren wir nicht weiter», meint Sauser lediglich. Bei Spekulationen dürfte es vorerst auch bleiben. Denn angesprochen auf die Aussagen ihres Chefs wiegelt selbst AKB-Sprecherin Ursula Diebold ab. «Wir haben zurzeit keine Pläne für eine weitere Expansion im Kanton Solothurn», betont sie. Dellenbachs Aussagen seien von allgemeiner Natur. Daraus konkrete Expansionvorhaben abzuleiten, sei falsch.

Filiale Olten «erfolgreich»

Immerhin entwickle sich der Standort Olten gut, sagt Diebold. Inwiefern dies auch der Staatsgarantie durch den Kanton Aargau – auch für Einlagen von Solothurnern – zu verdanken sei, könne sie nicht sagen. «Es ist wohl vor allem das gut vernetzte Team, das erfolgreich arbeitet», meint sie. Fakt ist: Auch die Berner Kantonalbank hat offiziell seit diesem Jahr keine Staatsgarantie mehr. «Sie galt auch vorher nur für Einlagen bis 100 000 Fr.», erklärt Stefan Gerber, Mitglied des BEKB-Direktoriums, «und sie wird dank der Einlagegarantie des Bundes auch auf dieser Höhe bleiben.» Gerber geht davon aus, dass der Dienstleistungsmix wichtiger ist, als eine allfällige Staatsgarantie und verweist auf das stetige Wachstum der BEKB im Kanton Solothurn. «Mit der neuen Filiale in Oensingen werden wir im unteren Kantonsteil noch stärker.»

Filiale Gäupark wieder zu

In Olten ist die AKB seit 1999 mit einer Filiale vertreten. Es ist der einzige Standort ausserhalb des Aargaus, abgesehen vom Private Banking, das die AKB in Zürich mit einer Tochterfirma betreibt.

Die Aargauische Kantonalbank hat zurzeit 31 Geschäftsstellen und eine Bilanzsumme von rund 21 Mrd. Fr. Bereits Mitte des letzten Jahrzehnts versuchte sie, im Kanton Solothurn weiter Richtung Westen vorzustossen. AKB-Chef Dellenbach sprach damals von weiteren Standorten im der Region Olten/Gäu. Eine 2005 im Gäupark Egerkingen eröffnete Filiale wurde aber wieder aufgegeben. Geblieben sind vorerst die Bancomaten.

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