Bielersee Schifffahrt
«Ahoi!» mit Verspätung: Ab Samstag fahren wieder Schiffe auf der Aare

Ihre Schiffe stechen wieder in See und Aare; die Coronakrise wird die Bielersee Schifffahrtsgesellschaft aber weiter beschäftigen. Wie hoch die finanziellen Einbussen sein werden, ist derzeit aber noch unklar.

Noëlle Karpf
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Erst letztes Jahr erhielt die MS Siesta einen neuen Anstrich – zeigen konnte sie ihn dieses Jahr noch nicht, da die Saison erst diesen Samstag losgeht.

Erst letztes Jahr erhielt die MS Siesta einen neuen Anstrich – zeigen konnte sie ihn dieses Jahr noch nicht, da die Saison erst diesen Samstag losgeht.

Solothurner Zeitung

Vor einem Fragezeichen stand Thomas Mühlethaler im März. Eigentlich hätte der Geschäftsleiter der Bielersee Schifffahrtsgesellschaft (BSG) im Mai loslegen wollen mit Schiffsfahrten. Die Krise hat das verunmöglicht. Rund einen Monat später können die Schiffe der BSG nun ab Samstag wieder zwischen Solothurn und Murten fahren.

«Das ist oberlässig», sagt Mühlethaler. Auch wenn man noch nicht zu hundert Prozent ausgelastet sein wird. Auch die BSG hat sich nämlich an Schutzkonzepte zu halten. Dazu gehört, dass die Schiffe nur zur Hälfte belegt sein dürfen. Es wird regelmässig gereinigt und desinfiziert. Mitarbeitende, die direkten Kontakt zu den Passagieren haben, tragen Masken und auch den Reisenden wird bei Ein- und Ausstieg empfohlen, Masken zu tragen.

«Die Tourismus-Branche erwacht wieder»

Die ganze Tourismusbranche kam wegen Corona zum Erliegen. Aufgrund der ersten und nun anstehenden Lockerungen erwacht sie wieder, wie Jürgen Hofer, Direktor Region Solothurn Tourismus, berichtet. Viel mehr könne man noch nicht sagen dazu, was die Krise mit der Branche gemacht habe. Einige Betriebe seien wohl aber besser gestartet als gedacht, und auch viele Hotels hätten wohl wieder offen, Wandernde oder Velofahrende kamen in den vergangenen Tagen zumindest schon in die Stadt Solothurn und blieben zum Übernachten. «Jetzt schauen wir einfach ‹step by step› – so ein unplanbares Jahr wie dieses sind wir uns ja alle nicht gewohnt.»

Laut Mühlethaler befindet sich die BSG in einem Dreieck von Schutzkonzepten: Es gelten das Konzept für den Tourismus, das Konzept für die Gastronomie und die Vorgaben für Events – etwa Konzerte auf dem Schiff – welche die BSG voraussichtlich erst ab 5. Juli wieder durchführen kann. «Es ist nichts normal; aber wir sind erleichtert, dass wir wieder fahren dürfen.» Dies mit eingeschränktem Fahrplan; auf der Aare etwa fallen die Montagskurse und Mittwochabend-Fahrten aus.

Wie sich die Krise auf die BSG auswirken wird, ist unklar. So heisst es in einer Mitteilung, das Coronavirus werde einen grossen Einfluss haben, eine verlässliche Schätzung dazu könne man aber noch nicht machen. Dem Geschäftsbericht 2019 ist zu entnehmen, dass die BSG kein solides finanzielles Polster habe, Betrieb und Unterhalt der Flotte gleichzeitig «äusserst aufwendig» seien. 2019 gingen die Besucherfrequenzen im Vergleich zum Vorjahr zudem um 6,5 Prozent leicht zurück.

Im Mai musste auch Mühlethaler für den ganzen Betrieb Kurzarbeit anmelden. Mitarbeitende des technischen Dienstes konnten zwar noch «etwa zweimal in der Woche Schiffe kontrollieren; ansonsten gab es nichts mehr zu tun». Auch die beiden Restaurants am Bielersee blieben bis zum 11. Mai zu. Die BSG will aber weiterhin auf Aare und See ein «Gesamterlebnis» für ihre Fahrgäste bieten, auch brauche man «neue Angebote», um weiter bestehen zu können, heisst es.

Infos und Fahrpläne:
www.bielersee.ch