Abstimmung
Solothurner Stimmberechtigte verwerfen Agrarinitiativen und das CO2-Gesetz deutlich – die Ergebnisse aus Ihrer Gemeinde

Mit dem Nein zur Trinkwasser- und zur Pestizidinitiative war gerechnet worden. Im Kanton Solothurn fiel aber auch die Ablehnung des CO2-Gesetzes überraschend klar aus.

Urs Moser
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Eine lange vor der Abstimmung gestartete Infokampagne der Bauern hatte die Befürworter der Agrarinitiativen erzürnt

Eine lange vor der Abstimmung gestartete Infokampagne der Bauern hatte die Befürworter der Agrarinitiativen erzürnt

Hanspeter Bärtschi

So deutlich war das sicher auch im Kanton Solothurn nicht zu erwarten gewesen. Die Stimmberechtigten im Kanton haben nicht nur die beiden Agrarinitiativen, sondern auch das CO2-Gesetz klar abgelehnt. Die Trinkwasserinitiative mit einem Neinstimmenanteil von 59,7 Prozent, die Pestizidinitiative mit 60,3 Prozent und das CO2-Gesetz mit 56,1 Prozent Neinstimmen.

Solothurn und Olten ökofreundlicher als Grenchen

Von einem eindeutigen Stadt-Land-Graben lässt sich im Kanton Solothurn nicht unbedingt sprechen, denn auch die Stimmberechtigten in Grenchen sagten sehr deutlich (mit über 60 Prozent Neinstimmen) Nein zu allen drei Umweltvorlagen.

In Solothurn und Olten hingegen sieht es anders aus. In Solothurn wurden auch die erwartungsgemäss chancenlosen Agrarinitiativen mit gut 56 Prozent Jastimmen angenommen, zum C02-Gesetz, bei dem ein knappes Ergebnis erwartet worden war, lag die Zustimmung in der Hauptstadt sogar bei über 66 Prozent. In Olten ein ähnliches Bild: Fast 58 Prozent Ja zur Trinkwasserinitiative, 56 Prozent Ja zur Pestizidinitiative, und das CO2-Gesetz wurde in der Dreitannenstadt mit knapp 66 Prozent Jastimmen angenommen.

Über den ganzen Kanton ist das Resultat aber eindeutig: Alle Umweltvorlagen wurden mit Ausnahme des Stadtbezirks von der Mehrheit der Stimmenden in (fast) allen Bezirken deutlich abgelehnt. Mit einer Ausnahme: Im Bezirk Olten sagte eine hauchdünne Mehrheit von 50,03 Prozent (ganze elf Stimmen Unterschied) Ja zum CO2-Gesetz.
Nur in ganz wenigen Gemeinden (abgesehen von Solothurn und Olten) scherte eine Mehrheit der Stimmbürger aus.

Bei der Trinkwasserinitiative gab es eine Ja-Mehrheit in Bärschwil, Dornach, Gempen, Rodersdorf und Starrkirch-Wil. Zur Pestizidinitiative sagte eine Mehrheit Ja in Dornach, Gempen, Rodersdorf und Rüttenen. Das Co2-Gesetz fand eine Mehrheit in Dornach, Dulliken, Kammersrohr, Langendorf, Oberdorf, Rodersdorf, Rüttenen, Starrkirch-Wil, Trimbach, Wisen und Zuchwil.

Zumindest die deutliche Ablehnung des CO2-Gesetzes ist eine Überraschung, hatte sich doch auch im Kanton Solothurn eine sehr breite Allianz aus Vertretern aller Parteien und der Wirtschaftsverbände dafür stark gemacht. Trotz des Neins sei nichts tun keine Option, liess sich das kantonale Pro-Komitee gestern verlauten. Es müssten jetzt dennoch Massnahmen getroffen werden, damit die Schweiz ihre Verpflichtungen des Pariser Klimaabkommens (minus 50 Prozent CO2 bis 2030 und Netto-Null bis 2050) erfüllen kann. Die breite Allianz werde sich jenseits der Parteigrenzen weiterhin für einen wirksamen, innovativen und wirtschaftsnahen Klimaschutz im Kanton Solothurn und der Schweiz einsetzen.

Regionale Unterschiede auch bei anderen Vorlagen

Auch die Ergebnisse zu den anderen beiden eidgenössischen Vorlagen fielen über den ganzen Kanton gesehen klar aus: 59,1 Prozent Zustimmung zum Covid-19-Gesetz, 58,8 Prozent Ja zum Gesetz zur Terrorismus-Bekämpfung. Allerdings gab es hier doch recht deutliche regionale Unterschiede.

Die Thiersteiner lehnten das Covid-Gesetz mit 55,1 Prozent Neinstimmen ab, die Thaler sagten mit 50,3 Prozent (37 Stimmen Unterschied) nur hauchdünn Ja dazu.

Detaillierte Ergebnisse aus den Gemeinden

Wie hat Ihre Gemeinde zu den fünf nationalen Vorlagen von diesem Abstimmungssonntag entschieden? Finden Sie es heraus mit massgeschneiderten Texten zu jeder Gemeinde im Kanton Solothurn und der angrenzenden Region.

So haben die Gemeinden in der Schweiz abgestimmt