Der Flughafen Basel-Mulhouse ist der einzige der grossen Schweizer Flughäfen, der nicht mit dem Zug erreichbar ist. Bisher fährt lediglich ein Bus die Flugpassagiere vom Basler Bahnhof SBB zum EuroAirport, der auf französischem Gebiet steht. Nun aber haben die französischen und Schweizer Partner entschieden, das S-Bahn-Angebot zum EuroAirport gemeinsam zu bestellen, wie sie am Montag über ihre Dreiländer-Planungsplattform «trireno» mitgeteilt haben. Grund dafür ist, dass die heutige Buserschliessung an ihre Grenzen stösst. Innerhalb der letzten zehn Jahre haben sich die Passagierzahlen mehr als verdoppelt. Deshalb soll nun eine neue Zugstrecke gebaut werden, um einen Zehnminutentakt zwischen Basel und dem Flughafen zu ermöglichen. Dazu soll die S2 durchgehend von Liestal bis Mülhausen fahren, der TER 200 von Basel bis Strassburg und die S4 von Laufen (BL) über das solothurnische Dornach bis zum Flughafen. Letzteres ist auch der Grund, warum der Kanton beteiligt ist. Besser als die bisher reine Buserschliessung des Flughafens sei dies wegen kürzerer Fahrzeit und Fahrplanstabilität. Der Flughafen-Bahnanschluss soll neben Passagieren auch den rund 6000 Angestellten am EuroAirport bessere Verbindungen bringen und für weniger Umsteigende am Bahnhof Basel SBB sorgen.

Es braucht eine Neubaustrecke

Zum Flughafen rollen sollen die neuen S-Bahn-Verbindungen auf neuen Schienen: Zwischen den Elsässer Bahnhöfen Saint-Louis und Bartenheim ist eine Neubaustrecke geplant mit einem neuen Bahnhof EuroAirport. Der Flughafen und die französische Schienennetzgesellschaft SNCF Réseau arbeiten seit 2016 an einem Vorprojekt. Die Kosten werden auf rund 220 Mio. Franken geschätzt. Einen Beitrag von rund 100 Mio. Franken hatte der Bundesrat im September im Bahn-Vorschlag zu Fabi/Step 2030/35 vorgesehen. Nötig ist auch die Realisierung der Durchmesserlinie in Basel, des sogenannten «Herzstücks». Dieses wird ausschliesslich auf Schweizer Boden geplant. Es verbindet Basel SBB, den Badischen Bahnhof und den Basler Bahnhof St. Johann und vernetzt die Basler Innenstadt grenzüberschreitend mit der Agglomeration. Sein angedachter Flughafen-Ast mit einem Preisschild von geschätzten 400 Millionen soll beim Basler Bahnhof St. Johann aus dem Boden auftauchen und in die bestehende Bahnstrecke nach Saint-Louis (F) münden. Je kürzer der Tunnel wird, desto weniger teuer das Projekt.

Infrastrukturkosten kommen nicht auf den Kanton Solothurn zu. Bei der Angebotsbestellung könnten Mehrkosten entstehen, allerdings geht man für Solothurn von geringen Auswirkungen aus.

Das Bundesamt für Verkehr geht von der Realisierung der Neubaustrecke zwischen 2025 und 2035 aus. Das Schweizer Parlament solle die Vorlage zur Beteiligung 2019 erhalten. Auch aus Paris steht das grüne Licht noch aus. (sda/szr)