Knall auf Fall musste Steueramtschef Marcel Gehrig im Juni seinen Posten räumen. Offiziell trennte sich der Kanton im gegenseitigen Einvernehmen vom Spitzenbeamten; Gehrig erhielt eine Abgangsentschädigung. Was die wahren Gründe für die Absetzung waren, dazu schweigt man im Rathaus bis heute.

Nun hat sich die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Kantonsrates mit dem Fall befasst, wie diese am Donnerstag schrieb. Allerdings bleibt auch nach der Mitteilung aus der Aufsichtskommission völlig unklar, was geschehen ist. Nebulös bleibt ebenso, ob die Kommission die Zustände im Steueramt oder das Verhalten des zuständigen Regierungsrates Roland Heim korrekt findet. Einzige Angabe: Man habe das Vorgehen «nachvollziehen» können. Dazu präzisiert auf Nachfrage GPK-Präsidentin Franziska Rohner: Man habe verstehen können, wie ein Schritt zum anderen geführt habe. Der Ablauf der Vorgänge sei den Kommissionsmitgliedern «logisch» erschienen. Ob die Mitglieder der GPK diese Schritte als gut befunden hätten, dazu äussere man sich nicht.

Laut der Präsidentin hatte die Kommission auch Einblick in die geheime Abgangsvereinbarung und kennt die Abgangsentschädigung des Steueramtschefs. Doch auch ob diese gerechtfertigt sei oder nicht, lässt Rohner offen. Ob sich die Geschäftsprüfungskommission noch weiter mit dem Fall Gehrig beschäftigen werde, will Rohner ebenso wenig ausführen. «Unsere Traktandenlisten sind nicht öffentlich.»

Dass der Kantonsrat insgesamt informiert werde, sei ausgeschlossen, so Rohner. Denn mit dem geschassten Steueramtschef wurde vom Regierungsrat eine Geheimhaltungsvereinbarung unterschrieben. Daran halte man sich. Sollte ein Kommissionsmitglied Informationen weitergeben, werde man eine Anzeige einreichen.