Wahlen 2019

Abgewählter Nationalrat Hadorn kritisiert SP: «Man hat eine harte Ausmarchung provoziert»

Philipp Hadorn kritisiert, dass er und Franziska Roth auf der gleichen Liste standen.

Philipp Hadorn kritisiert, dass er und Franziska Roth auf der gleichen Liste standen.

Er habe sein Amt gerne gemacht: Am Montagabend nahm der abgewählte SP-Nationalrat Philipp Hadorn vor den Delegierten der Partei Stellung zu den Wahlen.

Philipp Hadorn verhehlte an der Delegiertenversammlung nicht, dass er zumindest annimmt, seine Partei hätte den Vorwahlprozess auch anders steuern können. «Gewisse klare Vorentscheidungen sind getroffen worden», sagte der Gerlafinger SP-Mann. Diese hätten möglicherweise zu seiner Abwahl beigetragen.

Zwar habe er es vollständig unterstützt, dass die SP viel Effort darauf setze, dass wieder eine Frau gewählt werde. Indem er und Parteipräsidentin Franziska Roth auf dieselbe Liste gesetzt worden seien, «hat man aber eine harte Ausmarchung zwischen Roth und mir provoziert.» Dass er und Roth auf dieselbe Liste müssten, sei einem nicht ganz nachvollziehbaren, «kleinräumigen, wenn nicht kleinkarierten» Denken zu verdanken, dass die Listen nach Kantonsteilen geordnet würden. Ob diese Entscheidung weise gewesen sei, lasse er offen, so Hadorn. Schliesslich sei nun der zweite Sitz verloren gegangen.

Philipp Hadorn (SP) nach seiner Abwahl: «Wer sich Wahlen stellt, muss gewinnen oder verlieren können»

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(20.10.2019)

SP-Kantonalpräsidentin Franziska Roth, die Hadorn verdrängt hat, betont auf Anfrage: «Es war ein Entscheid des Wahlausschusses und der Geschäftsleitung, der von der Basis abgesegnet worden ist.» Weder sie noch Hadorn seien an der entsprechenden Sitzung anwesend gewesen.

Zwar werde man Hadorns Kritik analysieren. «Ich gehe aber davon aus, dass die Listengestaltung nicht schuld war am Verlust des zweiten SP-Sitzes» so Roth. 2011 und 2015 sei man mit regional gegliederten Listen gut gefahren – und beide Male wurde Hadorn gewählt. Klar ist auch: Hadorn war nicht das Zugpferd auf seiner Liste. Als Bisheriger blieb er deutlich hinter der Kantonalpräsidentin.

Nicht zuletzt kritisierte der abgewählte Magistrat, dass in den Medien seine christliche Haltung immer wieder thematisiert worden sei, obwohl er in der SP nie dafür kritisiert worden sei. «Sollten wir Menschen in der SP haben, die die Religionsfreiheit infrage stellen, wäre dies eine Diskriminierung. Dies wäre fatal.» (lfh)

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