Es ist ein erster Erfolg für die Solothurner Turnlehrer und die 49 Lernenden, die im Januar gegen die Solothurner Regierung vor Gericht gezogen sind. Dort haben sie gegen den beschlossenen Abbau des Sportunterrichts an der Berufsfachschule in Olten Beschwerde eingereicht.

Nun ist klar: Das Verwaltungsgericht hat beschlossen, auf die Beschwerde einzutreten, wie Philipp Heri, Präsident des Turn - und Sportlehrervereins Kanton Solothurn, auf Anfrage erklärt. «Es ist ein Etappensieg. Ganz in unserem Sinn», so Heri. Ganz klar war bisher nicht, ob die Beschwerde gegen den Regierungsratsbeschluss zulässig ist. Denn letzterer ist keine Verfügung mit Rechtsmittelbelehrung.

Nach dem Eintreten wird das Verwaltungsgericht nun das Hauptgeschäft behandeln müssen: nämlich die Frage, ob der Abbau der Turnstunden rechtmässig ist. Bis zum 17. April hat nun erst einmal das Bildungsdepartement Zeit, seine Stellungnahme zu verfassen.

Das Gesetz ist eigentlich seit den 1970er-Jahren klar: Der Bund schreibt Turnunterricht an den Berufsschulen vor. Mindestens so lange, wie es das Obligatorium gibt, hat der Kanton Solothurn aber ein Problem damit. Die Bundesvorgabe wird seit Jahren nicht eingehalten. Bereits 2001 verpflichtete der Bundesrat nach einer damaligen Beschwerde den Kanton Solothurn, den Sportunterricht vollumfänglich wiedereinzuführen. Dem kam die Regierung nie ganz nach: In Solothurn wurde der Unterricht für Abschlussklassen nie eingeführt, in Grenchen wurde dieser auf das Schuljahr 2014/15 hin gestrichen. In Olten soll es gemäss dem Massnahmenpaket der Solothurner Regierung im Sommer 2015 so weit sein. Die Regierung will so 2015 100000 Franken und 2016 250000 Franken sparen.

Departement weiss nichts

Beim Anwalt der Turnlehrer ist der Gerichtsentscheid laut Heri Ende März eingegangen. Dagegen wusste man im Sekretariat des Departementes für Bildung und Kultur gestern auf Anfrage noch nichts vom Beschluss des Verwaltungsgerichtes.

«Schön wäre es, wenn wir ein Urteil vor den Sommerferien hätten», sagt Heri. Trotzdem rechnet er nicht damit, dass bei einem positiven Entscheid bereits ab diesem Sommer in Grenchen wieder Sportunterricht für die Abschlussklassen angeboten werden kann. Denn die Zeit läuft. Die Pensenplanungen müssen schon bald einmal abgeschlossen sein.