Reisen

«Ab in den Süden – und Norden!» Wo die Solothurner ihre Sommerferien verbringen

Endlose Wälder, einsame Seen: Auch Herr und Frau Solothurner zieht es immer öfters in die nordischen Landschaften.

Endlose Wälder, einsame Seen: Auch Herr und Frau Solothurner zieht es immer öfters in die nordischen Landschaften.

Sommerferien: Reisezeit. Doch wer reist wohin? Die Reisebüros im Kanton Solothurn verraten die neusten Trends und die Dauerbrenner unter den Reisezielen. Und berichten über aktuelle Probleme, mit denen Reisebüros zu kämpfen haben.

«Ab in den Süden!» So lautet das Motto von vielen im Sommer. Tatsächlich ist der Süden bei den Solothurnerinnen und Solothurnern nach wie vor sehr beliebt. Eine grosse Zahl reist nach Griechenland, auf die Kanarischen Inseln, nach Italien oder Spanien. Aber: «Dieses Jahr liegen auch Ferien im Norden, also in Island und Skandinavien, im Trend», erklärt Marlise Studer von Arrow Tours in Balsthal.

«Auch Familien reisen in den Norden.» Bei älteren Menschen lägen derzeit Flussreisen im Trend, beispielsweise auf der Donau oder auf dem Rhein. Kreuzfahrten sind nach wie vor ebenfalls beliebt bei den Senioren. «Pensionierte reisen vor allem im Juni und im September, also vor und nach den Sommerferien.»

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Ein Schiff auf der Donau

Individuell angepasste Reisen

Auch beliebt seien Individualreisen, erklärt Studer. Dies bestätigt Michelle Bumann vom Reisebüro Hotelplan in Langendorf. «Individualreisen sind Reisen, die vom Reisebüro individuell an die Wünsche und Bedürfnisse des Kunden angepasst werden», führt Studer aus. Beliebte Ziele im Bereich jener individuellen Reisen seien Kuba, USA, Australien. «Diese Art des Reisens ist aktiver und erlebnisreicher», erläutert Bumann. Sie stellt fest, dass in den letzten Jahren auch Südafrika und Kanada immer beliebter für Individualreisen werden.

Der berühmte Uluru. Der Berg ist den Ureinwohnern Australiens heilig.

Der berühmte Uluru. Der Berg ist den Ureinwohnern Australiens heilig.

Bei Daniel Kiefer von Dan Tours in Olten und Schönenwerd zeichnet sich noch ein weiterer Trend ab dieses Jahr. «Kroatien wird als Reiseziel immer beliebter. Etwas problematisch ist, dass Kroatien nicht so viele Sandstrände hat, die Leute wollen Sandstrände. Aber das Meer ist sehr schön und klar.» Auch Kiefer fällt auf, dass der Norden im Trend liegt. «Viele Familien mieten in Schweden oder Finnland ein Haus an einem See.» In den Staaten sei vor allem Kalifornien für Rundreisen sehr beliebt. «Bei Florida und der Karibik sind die Kunden eher etwas skeptisch, aufgrund des Hurricane-Risikos. Dieses ist zwar klein, aber es besteht halt.»

Camper, Mietwagen und Bahn 

«Reisen statt Ferien» lautet der Slogan von Globetrotter Travel Service. Dominique Schifferle vom Globetrotter Reisebüro in Olten berichtet: «Wir haben im Sommer immer viele Kunden, die mit dem Camper oder dem Mietwagen in Nordamerika – also in Kanada und USA – unterwegs sind. Auch Indonesien ist sehr beliebt.» Nebst dem Nordreisen-Trend bemerke man auch eine Zunahme an Reisen in den Osten, beispielsweise Turkmenistan oder Iran. Zudem seien Namibia und Südafrika immer beliebtere Reiseziele für Familien.

Im Trend: Roadtrips in den USA oder Kanada. Wie hier durch den Rocky-Mountains-Nationalpark.

Im Trend: Roadtrips in den USA oder Kanada. Wie hier durch den Rocky-Mountains-Nationalpark.

Rolf Probst vom Reisebüro Vasellari in Grenchen sieht weiterhin Spanien, Portugal und Italien als die Hits in den Sommerferien, vermehrt nun auch Kroatien. Ebenfalls zugenommen haben Buchungen für die Südtürkei. «Ausserhalb von Europa sind die Malediven, die Karibik, Kuba, sowie die Dominikanische Republik bei uns sehr beliebt», erklärt Propst. Hinzu kommen, ähnlich wie bei Globetrotter, die Reisen mit Camper oder Mietwagen in Nordamerika. Propst zeigt noch einen weiteren Trend auf. «Bahnreisen auf der ganzen Welt sind derzeit auch sehr beliebt, beispielsweise entlang der Seidenstrasse oder der Orientexpress.»

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass auch dieses Jahr die klassischen Badeferien in Südeuropa der Hit sind, neu dazu kommen Ferien in Südosteuropa. Der absolute Trend ist dieses Jahr der Norden. Die Reiselust macht an den Grenzen Europas nicht halt: Es verschlägt die Ferienhungrigen je nach Lust und Laune nach Afrika, Nord- oder Mittelamerika oder sogar auf die Malediven. Von Camperferien in Kanada bis hin zu Familienferien in Südafrika ist alles möglich.

(K)ein leichtes Geschäft?

Die Reiselust in ungebrochen, doch auch die Reisebürobranche ist mit massiven Marktveränderungen konfrontiert. Die Reisebüros haben teilweise zu kämpfen. Denn heutzutage wird viel online gebucht. «Das Online-Buchen ist aus meiner Sicht nicht das grosse Problem, ohne die ganzen Online-Buchungsmöglichkeiten könnten Reisebüros die Massen an Buchungen gar nicht bewältigen», relativiert Petra Hubler vom Reisebüro el travel in Solothurn.

«Das wahre Problem sind die grossen Reiseveranstalter. Wir haben mit diesen Firmen Verträge, aber sie wollen uns umschiffen. So kassieren sie auch die Marge, die das Buchen einbringt. Bei uns kostet aber alles genauso viel, wie wenn man beispielsweise nach Zürich ins Büro von TUI telefoniert.» Es sei wichtig, dass die Kunden sehen, dass die lokalen Reisebüros auch wichtig sind. «Es geht um Arbeitsplätze, Lehrstellen und auch ums Sponsoring. Es liegt also gewissermassen auch in der Verantwortung der Reisenden, dazu beizutragen, dass ein lokales Reisebüro überleben kann und so etwas wichtiges erhalten bleibt.»

Marlise Studer vom Reisebüro Arrow Tours in Balsthal meint dazu: «Es kann schon vorkommen, dass man im Reisebüro ein bisschen mehr bezahlt. Aber wir geben unseren Kunden Tipps und Ideen für ihre Reise.» Auch Daniel Kiefer bemerkt einen Wandel. «Die Zahl der Reisebüros ist in den letzten Jahren gesunken. Viele kleine Buchungen werden zwar online gemacht. Aber wir brauchen das Online-Angebot auch, um zu buchen. Heute haben wir zahlenmässig weniger Kunden, aber der Umsatz ist noch gleich hoch wie vor zehn Jahren.»

Dies liege daran, dass die Reisen aufwendiger und dadurch teurer geworden seien. Viele würden auch nicht mehr nur einmal im Jahr in die Ferien oder auf Wochenendtrips verreisen, sondern mehrere Male.

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