Nach den Sommerferien beginnen alle fünften Primarschulklassen im Kanton Solothurn fristgerecht mit dem Englischunterricht. Während der Regierungsrat aus Spargründen dessen Einführung verschieben wollte, hat sich das Kantonsparlament im vergangenen November dazu entschlossen, an der fahrplanmässigen Einführung per August 2013 festzuhalten. Jene Primarschüler der dritten Klassen also, die im August 2011 mit Französisch begonnen haben, werden nach den Sommerferien ihre ersten Erfahrungen mit einer zweiten Fremdsprache machen.

Gestern hat die Regierung die für das Jahr 2013 anfallenden – den Kanton betreffenden – Projekt- und Weiterbildungskosten in der Höhe von 1,139 Mio. Franken freigegeben. Dies im Rahmen des interkantonalen Projekts Passepartout: Die sechs Kantone Baselland, Basel-Stadt, Bern, Freiburg, Wallis und Solothurn haben die Einführung des Französischunterrichts ab der dritten Klasse und des Englischunterrichts ab der fünften Klasse gemeinsam an die Hand genommen. Mit der Ausnahme von Baselland, das erst im August 2014 mit Frühenglisch beginnt, starten denn auch alle anderen nach den Sommerferien.

Zwei Lektionen mehr pro Woche

Die jährlich wiederkehrenden Besoldungskosten für die zusätzlichen Lektionen werden dem Kantonsrat mit dem jährlichen Globalbudget für die Volksschule unterbreitet. Getragen werden diese von Kanton und Gemeinden gemeinsam. In den fünften und sechsten Klassen kommen – neben zwei Lektionen Französisch pro Woche – zusätzlich noch zwei Lektionen Englischunterricht dazu. Damit gehen die Fünftklässler künftig 30 Lektionen pro Woche zur Schule und die Sechsklässler kommen, ab August 2014, dann auf 31 Lektionen.

«Mit dem Unterricht in einer weiteren Fremdsprache wird ein grosser Teil der Schülerinnen und Schüler gut zurecht kommen», ist Matthias Stricker überzeugt. Er ist Fraktionspräsident der Primarschullehrkräfte innerhalb des Verbandes der Lehrerinnen und Lehrer Solothurn (LSO). Für einen Teil indes werden die zusätzlichen Fremdsprachenlektionen eine Überforderung bedeuten. Vor allem spricht Stricker hier jene Schüler an, die ohnedies schon mit Lernschwierigkeiten zu kämpfen haben und von speziellen Förderlektionen profitieren. Für die Lehrpersonen wiederum bedeute die Vielzahl von Reformprojekten, die derzeit in Umsetzung begriffen sind, «einen grossen Aufwand». Eine Herausforderung stelle, so Stricker, insbesondere die gleichzeitige Umsetzung des Fremdsprachenkonzepts und der Speziellen Förderung dar. (esf)