Zifferblattfabrik

Ab 2017 produziert Swatch im Ein- statt Mehrschichtbetrieb

In der Grenchner Zifferblattfabrik von Swatch wird ab 2017 nicht mehr im Mehrschichtbetrieb produziert.

In der Grenchner Zifferblattfabrik von Swatch wird ab 2017 nicht mehr im Mehrschichtbetrieb produziert.

In der 2013 in Grenchen eröffneten Fabrik des Uhrenkonzerns Swatch sollen neue Technologien die Produktivität erhöhen – der Personalbestand bleibe «unverändert».

Die Schweizer Uhrenbranche leidet unter markanten Absatzrückgängen. Seit 16 Monaten in Folge entwickeln sich die Exporte der Schweizer Zeitmesser rückläufig. Kein Wunder, reagieren die Belegschaften sensibel auf jede intern angekündigte Änderung.

So wurde dieser Zeitung zugetragen, dass in der neuen Zifferblattfabrik in Grenchen des Uhrengiganten Swatch die Produktion mangels Aufträgen ab 2017 vom Mehrschicht- auf den Einschichtbetrieb umgestellt werden soll. Die Umstellung bestätigt auf Anfrage Swatch-Mediensprecher Bastien Buss.

Er begründet sie aber mit dem Einsatz neuer Technologien – unter anderem das Digital Printing –, welche mit neuen Maschinen und Prozessen einhergingen. «Wir haben nun die nächsten Schritte eingeleitet, die uns erlauben, viel schneller zu produzieren und unsere Produktivität zu erhöhen», so Buss.

Daher könne man der Nachfrage jetzt mit einem normalen Einschicht- anstelle des Mehrschichtbetriebes nachkommen. Auf den Personalbestand habe die Umstellung keinen Einfluss. «Der Personalbestand von rund 200 Mitarbeitenden bleibt unverändert.»

«Kurzarbeit ist kein Thema»

Unruhe löste zudem die Aufforderung bei der ebenfalls zu Swatch gehörenden Uhrwerkherstellerin ETA in Grenchen aus, Ferien- und Kompensationstage bis Ende Jahr zu beziehen. Dahinter steckt offensichtlich der Konflikt mit der Wettbewerbskommission bezüglich Vereinbarung über die Lieferbereitschaft von Uhrwerken an Dritte (wir berichteten).

Die ETA sei gezwungen, unter erheblichen finanziellen und personellen Aufwendungen Produktionskapazitäten für Drittkunden aufrechtzuerhalten, obwohl diese ihre Bestellmengen teilweise drastisch oder gar ganz fallengelassen hätten, sagt dazu Buss.

«Deshalb, und weil Entlassungen nicht zu unserer Philosophie gehören, haben wir es vorgezogen, dass die Angestellten schon vorher ihre Ferien- und Kompensationstage beziehen», begründet Buss die Massnahme.

Wird als zusätzliche Massnahme Kurzarbeit ins Auge gefasst? Buss winkt ab: «Die Einführung von Kurzarbeit ist bei uns kein Thema und es ist nichts in diesem Sinn geplant.»

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