Schifffahrt
Aareschiffe müssen sicher noch bis Freitag aussetzen - Emme zurückgegangen

Die Aareschifffahrt bleibt auch diese Woche eingestellt. Da der Pegel immer noch zu hoch ist, können die Kursschiffe sicherlich bis und mit Freitag nicht verkehren. Für die Aare gilt derzeit die Gefahrenstufe 2, die Emme ist stark zurückgegangen.

Drucken
Teilen
Die «Rousseau» legt im Hafen Biel an. Auf der Aare kann sie derzeit nicht fahren.

Die «Rousseau» legt im Hafen Biel an. Auf der Aare kann sie derzeit nicht fahren.

AZ

Schon seit Freitag verkehren die Kursschiffe der Bielersee-Schifffahrts-Gesellschaft BGS nicht mehr auf der Aare. Der Grund dafür: Damit der Wasserspiegel der Juraseen unter Kontrolle bleibt, wird der Abfluss durch den Nidau-Büren-Kanal in den nächsten Tagen konstant sehr hoch bleiben.

Deshalb kommen die Schiffe nicht unter jeder Brücke durch. «Zwei bis drei Brücken sind zu tief», so BSG-Marketingleiter Stefan Gurtner auf Anfrage. Momentan könne auch die Schleuse nicht benutzt werden. «Das Wasser läuft sogar über die Schleuse drüber.»

Dass die Schiffe gerade in der Hochsaison nicht verkehren können, ist für die BSG ärgerlich. Besonders, da für die nächsten Tagen schönes Wetter vorausgesagt wird. Die Gäste, die für diese Woche eine Fahrt gebucht hätten, seien kontaktiert worden, meint Gurtner, «sie sind verständnisvoll». Einige seien auf eine Bielerseerundfahrt ausgewichen, andere würden warten, bis eine Aarefahrt wieder möglich sei.

Die BSG will am Donnerstag entscheiden, ob die Schiffe am Wochenende verkehren.

Die Berner Kantonspolizei warnt währenddessen vor Schwemmholz auf dem Bielersee. Dieses sei wegen den heftigen Niederschlägen vom Hagneck-Kanal in den See gebracht worden. Schiffsführer werden aufgefordert, erhöhte Vorsicht walten zu lassen.

Gefahrenstufe 2

Dass der Aarepegel unverändert hoch ist, zeigen auch die Daten des Amtes für Umwelt. Am Montagmorgen betrug die Abflussgeschwindigkeit beim Messpunkt Murgenthal 680 m3 pro Sekunde.

Stark zurückgegangen ist dagegen die Wassermenge in der Emme. Beim Messpunkt Wiler lag sie am Mittag bei 40 m3 pro Sekunde. Vergangenen Dienstag, als der Fluss einen Schwellenwert überschritt, lag der Wert bei über 180 m3 pro Sekunde.

Am Mittwochmorgen führte die Emme zu viel Wasser.
7 Bilder
Mittlerweile ist der Pegelstand immer noch hoch, ...
Die Emme führt momentan viel Wasser mit sich
In den nächsten Tagen wird sich der Pegel auf einem hohen, aber unbedenklichen Stand einpendeln.
Zu Schäden durch eine Überschwemmung ist es nirgends gekommen.
In den nächsten Tagen soll es zwar weiterregnen, ...
... jedoch nicht genug, um die Emme über die Ufer treten zu lassen.

Am Mittwochmorgen führte die Emme zu viel Wasser.

Rahel Meier

Diego Ochsner, Chef des kantonalen Amtes für Militär und Bevölkerungsschutz, rät auf jeden Fall, nicht zu nahe an die Gewässer zu gehen. Ihm sind Bilder vom Wochenende gezeigt worden, an dem Leute in der Emme auf ein angebundenes Surfbrett stiegen. «Das ist lebensgefährlich», sagt Ochsner. Und grundsätzlich sei die Emme ein schwer einzuschätzendes Gewässer. «Gibt es ein Gewitter in der Region, reagiert sie sehr schnell.» Und das schnelle Ansteigen werde derzeit noch dadurch gefördert, dass die Böden gesättigt seien und kaum noch Wasser aufnehmen würden.

Für die Aare hat das Bundesamt für Umwelt die Gefahrenstufe 2 (von 5) herausgegeben. Das bedeutet eine «mässige» Gefahr oder in anderen Worten: Eine Wassermenge wie sie einmal in zwei bis zehn Jahren vorkommt. Gefahrenstufe 5 dagegen bedeutet ein Jahrhunderthochwasser. (ldu/lfl)