A1-Ausbau
«Heimkommen wird zunehmend zur Geduldsprobe»: SP Jurasüdfuss will verstopfte Strassen bekämpfen

Verstopfte Strassen sind nicht nur am Jurasüdfuss ein Problem. Weil hier die A1 durchgeht, und Auto- und Lastwagenfahrende gerne auch auf Nebenstrassen ausweichen, sieht die regionale SP im bernischen Bipperamt genau hier Handlungsbedarf. Auch im Hinblick auf den geplanten Sechsspurausbau der Autobahn.

Noëlle Karpf
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Geplanter Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren zwischen Härkingen und Kriegstetten. Im Bild: Oberbuchsiten-Niederbuchsiten.

Geplanter Ausbau der Autobahn auf sechs Spuren zwischen Härkingen und Kriegstetten. Im Bild: Oberbuchsiten-Niederbuchsiten.

Hansruedi Aeschbacher

Einmal sei sogar ein Car durch ein Quartier gefahren. «Und dort gibt es Strassen, auf denen man dann nicht kreuzen kann», sagt Diana Sutter. Die seien eben auch nicht dafür gedacht, dass dort ein Car durchfahre. Sutter ist Co-Vizepräsidentin der SP Jurasüdfuss. Sutter bringt noch ganz andere Beispiele: von Lastwagen etwa, die, ohne die Geschwindigkeit anzupassen, über Feldwege brausten.

Unterm Strich geht es um ein Thema: überlastete Strassen am Jurasüdfuss. Verkehr, der von der verstopften A1 auf Kantons- und Quartierstrassen oder eben Feldwege ausweicht. Ein Phänomen, von dem Sutter befürchtet, dass es sich noch verschlimmern wird.

Gemeinden sollen zusammensitzen und Lösungen suchen

Die bernische Regionalpartei hat deshalb ein Schreiben «an die Gemeinderäte des Jurasüdfusses an der Autobahn A1» verschickt. Die Regionalpartei erklärt darin, dass für die Einwohnenden aus diesen Gemeinden vor allem «das Heimkommen zunehmend zur Geduldsprobe» werde. Zudem wird auch der geplante Sechsspurausbau der A1 zwischen Luterbach und Härkingen thematisiert:

«Nicht auszudenken, wie die Situation im ganzen Gäu sein wird, wenn die A1-Erweiterung realisiert wird.»

Laut Sutter soll das Schreiben keine Kritik am Projekt sein. Aber: Es brauche zwingend einen Austausch aller Betroffenen aus der Region, Lösungen, einen Zeitplan. Konkrete Ideen dafür? Haut auch Sutter noch nicht. «Wichtig ist von mir aus gesehen einfach, dass man sich jetzt schon überlegt, was man unternehmen könnte.» Rückmeldungen auf den Aufruf hat die Partei laut Sutter noch nicht erhalten. «Jetzt warten wir mal ab», sagt sie.

Tunnellösung wird weiter diskutiert – bis zum Ausbau dauert es

Bis der Sechsspurausbau startet, dauert es ohnehin noch eine Weile. Ursprünglich war vom Baustart frühestens 2024 die Rede, das scheint aber unrealistisch. So hat Ende letzten Jahres der Bund zwar grünes Licht gegeben. Die Gemeinde Härkingen etwa aber hat ihre Beschwerde gegen das Projekt vor Bundesverwaltungsgericht gezogen.

Dann soll sich der Regierungsrat in Bundesbern noch für einige Verbesserungen im Bereich Lärm- und Landschaftsschutz einsetzen, das hat der Kantonsrat Ende 2020 entschieden. Laut Regierungsratsbeschluss von diesem Februar sollen die Resultate dieses Austauschs bis Ende September vorliegen. Ein Beispiel für «Projektergänzungen», die angeschaut werden sollen, ist etwa die «Einhausung» der Autobahn östlich des Abschlusses Oensingen auf einer Länge von 500 Metern; also die Tunnellösung, von der im Vorfeld schon mehrfach die Rede war.

Nach diesem Austausch müssen Baupläne dann allenfalls wieder aufgepasst und neu aufgelegt werden – damit man Einsprache führen kann –, auch das verzögert das Projekt. Und zum Schluss wird noch das Stimmvolk über das rund 886 Millionen schwere Projekt abstimmen können.

Bis also tatsächlich gebaut wird, dauert es noch eine Zeit lang. Zeit, die zumindest die SP Jurasüdfuss nutzen will, um Lösungen für verstopfe Strassen zu finden.