Gegen den 6-Spur-Ausbau der A1 gibt es Widerstand. Bis am Donnerstag lagen die Pläne zum Projekt in den Gemeinden zur Einsicht auf. 80 Einsprachen sind eingegangen, wie Radio SRF am Donnerstag gemeldet hat. Grundsätzlich gehe es bei den Einsprachen um den Lärm und den Landverlust der Bauern.

«Es ist gut, dass die Bauern rechtzeitig Einsprache erhoben haben», sagt Andreas Schwab vom Solothurner Bauernverband (SOBV). Nach der Frist hätten sie laut Schwab keine Chance mehr, etwas zu fordern.

Bauern werden entschädigt

Grundsätzlich sollten Bauern nach dem 6-Spur-Ausbau nicht weniger Fläche besitzen. Um dies umzusetzen, muss man den Bauen aber landwirtschaftliche Fläche zur Verfügung stellen «und das kann man schliesslich nicht einfach herbeizaubern», so Schwab. Es gibt eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Einerseits könne man das Land von Bauern, welche in den nächsten Jahren ihren Bauernbetrieb auflösen, auf die umliegenden Bauernbetriebe verteilen. Anderseits hofft man beim Bauernverband darauf, dass Deponien oder anderes nicht bewirtschaftetes Land aufgewertet werden kann und den Bauern zur Verfügung gestellt wird.

«Unser Hauptziel ist, so wenig Kulturland wie möglich zu verlieren», so Andreas Schwab. Zudem könne man nicht von einem gleichwertigen Ersatz sprechen, wenn zum Beispiel ein Bauer aus Deitingen eine Ersatzfläche in der Region Gäu erhalte. Deshalb setzt man sich beim Bauernverband für die Güterregulierung ein.

Der Solothurner und der Berner Bauernverband hatten den Bauern bereits im Vorfeld geraten, gegen das Projekt Einsprache zu erheben. Die beiden Verbände fordern, dass aus der Region kein Humus entsorgt werden darf und dass eine neue Bewässerungsinfrastruktur aufgebaut wird.

Regierungsrat setzte sich ein

Der Regierungsrat begrüsst das Erweiterungsprojekt ausdrücklich, hat sich in einer Stellungnahme aber für einen «landwirtschaftsverträglichen Ausbau» eingesetzt. Das Ausführungsprojekt weise nun mit 8 statt 11,7 Hektaren einen deutlich geringeren Kulturlandverlust aus als ursprünglich vorgesehen. Mit den Bauarbeiten des Ausbauprojekts wird voraussichtlich im Jahr 2022 gestartet. Das Bundesamt für Strassen (Astra) rechnet mit einem Kostenbetrag von 886 Millionen Franken und einer Bauzeit von acht Jahren.

www.6streifen.ch