Anklage

52-jährige Schweizerin soll Prostituierte in ihren Bordellen in Solothurn ausgebeutet haben

Die Frau soll ein Bordell geführt und auch Betäubungsmittel an bei ihr beschäftigte Sexarbeiterinnen verkauft haben. (Symbolbild)

Die Frau soll ein Bordell geführt und auch Betäubungsmittel an bei ihr beschäftigte Sexarbeiterinnen verkauft haben. (Symbolbild)

Erneut wirft die Staatsanwaltschaft einer Bordellbetreiberin mehrfachen Menschenhandel und Förderung der Prostitution vor. Die Schweizerin mit thailändischen Wurzeln betrieb in Solothurn gleich zwei Salons.

Laut Anklage soll die 52-Jährige die Frauen von thailändischen Organisationen «übernommen» und in zwei in der gleichen Liegenschaft in Solothurn untergebrachten Bordellen sexuell ausgebeutet und unter von ihr diktierten Arbeitsbedingungen eingesetzt haben. «Bezüglich des Vorwurfs des Menschenhandels waren 2 Opfer betroffen», erläutert Conny Zubler, Mediensprecherin der Staatsanwaltschaft, auf Anfrage dieser Zeitung.

«In Bezug auf den Vorhalt der Förderung der Prostitution und die Widerhandlungen gegen das Ausländergesetz waren 15 Prostituierte betroffen», so Zubler weiter. An mindestens 9 Prostituierte habe die Bordellbetreiberin zudem gleichzeitig auch Betäubungsmittel verkauft.

Erlöse nach Thailand überwiesen

Gemäss Anklage wurden die Sexarbeiterinnen konkret gezwungen, «jeden Tag anzuschaffen, sexuelle Dienstleistungen zu festgelegten Preisen anzubieten, sich rund um die Uhr für allfällige Freier zur Verfügung zu halten, gewisse sexuelle Praktiken anzubieten und die Hälfte ihrer Einnahmen aus der Sexarbeit an die Beschuldigte abzugeben».

Nicht genug damit, dass die Puff-Mutter die von ihr beschäftigten Sexarbeiterinnen schlecht behandelt und ausgenützt haben soll: Ihr wird laut Anklage zudem vorgeworfen, Metamphetamin (Cristal Meth), Kokain und Ecstasy-Pillen an die Frauen abgegeben und verkauft zu haben. Das Bargeld, das aus dem Menschenhandel, der Förderung der Prostitution und dem Handel mit Betäubungsmitteln stammte, soll die 52-Jährige wieder in den Kauf von Betäubungsmitteln investiert oder nach Thailand überwiesen haben.

«Die Beschuldigte, die sich vorübergehend in Haft befand, bestreitet die Vorwürfe», hält die Staatsanwaltschaft weiter fest. Wann die Verhandlung vor dem Amtsgericht von Solothurn-Lebern stattfindet, stehe derzeit noch nicht fest. Die beiden betroffenen Bordelle sind geschlossen worden.

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