Regierungsratswahlen 2017
5 Kandidaten: Gruppen innerhalb der FDP nennen jetzt ihre Favoriten

5 Männer und Frauen wollen den freiwerdenden Sitz von Esther Gassler beerben. Wenige Tage vor der FDP-Nominationsversammlung werden erste Favoriten genannt. Die Jungfreisinnigen wünschen sich Peter Brügger, die FDP-Frauen Anita Panzer oder Marianne Meister.

Elisabeth Seifert
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Sie stehen zur Wahl: Peter Hodel, Peter Brügger, Frank-Urs Müller, Anita Panzer und Marianne Meister

Sie stehen zur Wahl: Peter Hodel, Peter Brügger, Frank-Urs Müller, Anita Panzer und Marianne Meister

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Es sind allesamt bekannte freisinnige Gesichter, die im kommenden Frühling neben dem bisherigen Amtsinhaber Remo Ankli einen Sitz im Regierungrat ergattern möchten: Peter Brügger, Peter Hodel, Marianne Meister, Frank-Urs Müller und Anita Panzer. Alle fünf haben sich in den letzten Jahren einen Namen gemacht, ob auf kantonaler oder kommunaler Ebene.

Mit der Ausnahme von Oberrichter Frank-Urs Müller politisieren sie im Kantonsrat und fallen dort immer wieder durch mehr oder weniger prägnante Voten auf. Umso grösser ist am nächsten Mittwoch, 24. August, die Qual der Wahl für die Delegierten der FDP: In einem aufwendigen, sich über mehrere Wahlgänge hinziehenden Prozedere werden sie den Kandidaten oder die Kandidatin küren, der respektive die im Frühling den freiwerdenden Sitz von FDP-Regierungsrätin Esther Gasser verteidigt.

Hört man sich in FDP-Kreisen um, ist von einem «völlig unberechenbaren» Wahlausgang die Rede. Jemand zieht den Vergleich mit dem Glücksspiel Roulette. Umso bemerkenswerter ist es da, wenn jetzt, rund eine Woche vor dem grossen Showdown an der Nominationsversammlung in Däniken, von einzelnen Gruppen innerhalb der FDP erste Favoriten genannt werden. Namentlich die Jungfreisinnigen melden sich in einem Pressecommuniqué zu Wort – und setzen sich für die Nomination von Kantonsrat Peter Brügger aus Langendorf ein.

Eine «klare Mehrheit»

«Nach einer internen Abstimmung empfehlen wir mit einer klaren Mehrheit den Agronom und Bauernsekretär Brügger,» sagte am Mittwoch gegenüber dieser Zeitung Tobias Bolliger, Präsident der Jungfreisinnigen Kanton Solothurn. «Wer soll neben Remo Ankli als Regierungsratskandidat nominiert werden?», lautete die Frage an sämtliche jungfreisinnigen Parteimitglieder.

Dass sich die Jungliberalen justament für den 58-jährigen Peter Brügger engagieren, ist einigermassen bemerkenswert. In zahlreichen Gesprächen der Jungpolitiker untereinander, so Bolliger, werde eben gerade die «ausgewiesene politische Erfahrung» des Langendörfer Freisinnigen hervorgehoben, der seit 2001 im Kantonsrat sitzt. Lange Jahre als Präsident der Sozial- und Gesundheitskommission und aktuell als Präsident der Geschäftsprüfungskommission.

Für Brügger spreche zudem seine «sehr liberale, staatskritische Grundhaltung», die aus vielen Abstimmungen im Parlament deutlich werde. Obwohl beruflich als Bauernsekretär tätig, sei Brügger kein typischer Vertreter eines auf staatliche Subventionen pochenden Bauernstandes, findet der Jungfreisinnige. Gemeinsam mit einer Delegation seiner Partei wird er an der FDP-Nominationsversammlung für Brügger votieren.

FDP-Frauen: Panzer oder Meister

Ebenfalls deutlich macht ihre Präferenzen auch die Frauen-Gruppe innerhalb der FDP. Allerdings nicht mit einer Mitteilung an die Medien. Der Vorstand verschickte letzte Woche vielmehr ein Mail an möglichst viele FDP-Frauen, vor allem an alle weiblichen Delegierten. «Wir fordern sie damit auf, neben Remo Ankli eine Frau zu nominieren,» sagte auf Anfrage Barbara Maienfisch, Präsidentin der FDP-Frauen.

Entgegen verschiedener Stimmen innerhalb der Gruppe verzichtet der Vorstand dabei explizit darauf, sich auf Marianne Meister oder Anita Panzer festzulegen. Dies, obwohl aufgrund der sich aufsplittenden Stimmen die Chance kleiner werden dürfte, dass eine der beiden tatsächlich nominiert wird. Maienfisch: «Eine solche Vorentscheidung wäre unfair, beide Kandidatinnen haben ihre Stärken.»

Grundsätzlich steht für die Präsidentin der FDP-Frauen fest, dass die Freisinnigen wie in der Vergangenheit auch in der nächsten Legislatur mit einem Mann und einer Frau in der Regierung vertreten sein sollen. Gerade damit könne die Partei bei so manchen Wählerinnen punkten. «Es gibt viele Frauen, die ihre Stimme nur einer Frau geben.»