Kanton Solothurn

3891 Solothurner ohne Arbeit - Arbeitslosenquote steigt leicht

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz steigt im August auf 3,2 Prozent - im Kanton Solothurn auf 2,7 Prozent. (Symbolbild)

Die Arbeitslosenquote in der Schweiz steigt im August auf 3,2 Prozent - im Kanton Solothurn auf 2,7 Prozent. (Symbolbild)

Im August 2015 stieg die Zahl der registrierten Arbeitslosen im Kanton Solothurn gegenüber dem Vormonat um 138 auf 3‘891. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich von 2,6% auf 2,7%, liegt aber immer noch unter dem Schweizer Durchschnitt 3,2%.

3891 Männer und Frauen im Kanton Solothurn waren Ende August als arbeitslos registriert. Das waren 138 mehr als im Vormonat, die Arbeitslosenquote stieg von 2,6 auf 2,7 Prozent. Damit liegt Solothurn weiterhin unter dem Landesdurchschnitt. Schweizweit stieg die Quote von 3,1 auf 3,2 Prozent. Für die Zunahme im Berichtsmonat macht das kantonale Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) vorab Schul- und Lehrabgänger geltend, die sich zur Stellenvermittlung angemeldet haben. Das bestätigt die Aufschlüsselung nach Altersgruppen. Demnach nahm die Zahl der Menschen ohne Arbeit in der Gruppe der 15- bis 24-Jährigen um 133 zu, diejenige der älteren Betroffenen nur um 5.

Solothurn reagiert stärker

Insgesamt habe sich im August der Arbeitsmarkt im Rahmen der Erwartungen entwickelt, kommentiert AWA-Chef Jonas Motschi. Trotz Aufhebung der Wechselkursuntergrenze Mitte Januar sei die Entwicklung stabil verlaufen. So ist die Zahl der Menschen ohne Job seit Ende Januar nur um 113 gestiegen. Damit sind die durch die Frankenstärke ausgelösten Schreckensszenarien für die Beschäftigung noch nicht eingetroffen. Allerdings zeigt sich, dass der industrie- und exportlastige Kanton – in positiver wie negativer Hinsicht – viel stärker auf Konjunkturschwankungen reagiert. So ist die Arbeitslosenquote landesweit von 3,5 Prozent im Januar auf aktuell 3,2 Prozent gesunken. Im Kanton Solothurn dagegen ist diese von 2,6 auf 2,7 Prozent gestiegen.

Negative und ...

Deshalb macht Motschi nicht auf Optimismus. Auch aus einem anderen Grund: «Die Entwicklung ist kaum verlässlich einzuschätzen.» Einerseits zeigten die vom Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) erhobenen Frühindikatoren nach Kantonen, dass «die Stimmung in den Solothurner Unternehmen nicht gut ist». Die Aussichten werden schlechter beurteilt, was sich insbesondere bei den Neuanstellungen auswirken werde. «Die Firmen sind vorsichtiger geworden.» Ferner habe sich die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Die Arbeitslosenzahl stieg im Jahresvergleich um fast 16 Prozent, die Quote nahm von 2,3 auf 2,7 Prozent zu. «Die Wirtschaft hat sich klar abgeschwächt.»

Das zeigen auch die neuesten Zahlen der Oberzolldirektion. Demnach sind die Solothurner Exporte in den ersten sieben Monaten 2015 um 3,5 (landesweit: minus 3,3) Prozent gesunken. Jene nach Europa, dem weitaus wichtigsten Absatzmarkt, haben sogar über 8 Prozent abgenommen. Und im Juli hat der Rückgang der Ausfuhren noch deutlich an Fahrt gewonnen.

... positive Indikatoren

Andererseits bleibe, so Motschi, der Anteil der Zwischenverdienenden an den Stellensuchenden mit 22,1 Prozent hoch. «Das bedeutet, dass Aufträge vorhanden sind und Personal gesucht wird, zumindest temporär.» Auch die Entwicklung der Kurzarbeit lässt nicht auf einen unmittelbar bevorstehenden Sturm auf dem Arbeitsmarkt schliessen. So ist die realisierte Kurzarbeit im Juni (neuere Zahlen liegen noch nicht vor) gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken. Die Massnahme wurde in 8 (Vormonat: 15) Betrieben mit 27 (143) Betroffenen durchgezogen, was zu 2007 (8026) Ausfallstunden führte. Und im August meldeten elf Betriebe Kurzarbeit an, zwei weniger als im Vormonat.

Zudem weist der aktuelle Arbeitsmarktbarometer des Stellenvermittlers Manpower auf eine stabile Entwicklung hin. Fast 90 Prozent der landesweit befragten Arbeitgeber erwarten für das 4. Quartal 2015 keine Veränderungen ihrer Personalbestände. Im Espace Mittelland, zu welchem Solothurn gehört, rechnen die Arbeitgeber gar eher mit einem Beschäftigungswachstum als in anderen Regionen. Und selbst von der Wechselkursfront gibt es optimistischere Signale. Gestern erreichte der Euro fast Fr. 1.10.

Arbeitslosigkeit nimmt zu

Unter dem Strich dürfte die Zahl der Menschen ohne Arbeit in den kommenden Monaten weiter steigen. Für das ganze Jahr rechnet Motschi mit einer durchschnittlichen Arbeitslosenquote von «unter 3 Prozent». 2014 lag diese bei 2,5 Prozent. Aber in den Monaten November und Dezember sieht er «Spitzenwerte» von leicht über 3 Prozent. Erst ab Frühsommer 2016 erwartet er eine Stabilisierung.

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