Gut gelaunt versammelte sich am frühen Nachmittag eine kleine, aber feine Delegation des Komitees «Neue Seilbahn auf den Weissenstein - Jetzt» am Solothurner Hauptbahnhof. Ihre Mission: Die symbolische Übergabe von fast 36000 Unterschriften an der Geschäftsstelle des Schweizer Heimatschutzes an der Seefeldstrasse in Zürich, verbunden mit dem Appell, die Beschwerde gegen die Konzession für die neue Gondelbahn fallen zu lassen.

Stolz bestiegen die Initianten den Zug

Stolz auf das Ergebnis der Unterschriftenaktion bestiegen Jürgen Hofer, Direktor Region Solothurn Tourismus sowie die Gemeindepräsidenten Martin Blaser (Biberist), Marianne Meister (Messen) und Kuno Tschumi (Derendingen) den Zug. Unterstützt wurden sie zudem von Christoph Oetterli, dem ehemaligen Solothurner Bürgergemeindepräsident, sowie den beiden Gastwirten vom «Hinterweissenstein» und dem «Sennhaus», Ulrich Stucki und Willy Niederberger. In Zürich gesellte sich dann noch der Gemeindepräsident von Recherswil, Hardi Jäggi, zur Gruppe.

Die Vertreter der Seilbahn Weissenstein AG nicht mit dabei

Ganz bewusst nicht teilgenommen haben an der Aktion mit demonstrativem Charakter Vertreter der Besitzer der Bahn, der Seilbahn Weissenstein AG (SWAG). Der Grund: «Die SWAG ist Partei in einem laufenden Verfahren und will den Heimatschutz nicht verärgern», erläuterte Jürgen Hofer. Zumindest symbolisch war die SWAG dann aber doch mit von der Partie: So bildete die Tafel mit dem Logo der SWAG gleichsam das Banner des kleinen Demo-Zuges.

Solothurner Delegation wurde vom Geschäftsführer des SH empfangen

In Zürich wurde die Solothurner Delegation freundlich-distanziert vom Geschäftsführer des Heimatschutzes höchstpersönlich, Adrian Schmid, bereits vor der Tür empfangen. Drin gings dann zur Sache: «Die Region hat gesprochen und sie hat klar gesprochen», sagte Komitee-Sprecher Jürgen Hofer - und übergab in mehreren Schachteln mit Solothurner Gemeindewappen einige Unterschriftenbögen, stellvertretend für die total 35936 Unterschriften.

Jürgen Hofer, Tourismusdirektor Solothurn, übergibt Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schw. Heimatschutz, symbolisch die Unterschriften für eine neue Seilbahn auf den Weissenstein

Jürgen Hofer, Tourismusdirektor Solothurn, übergibt Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schw. Heimatschutz, symbolisch die Unterschriften für eine neue Seilbahn auf den Weissenstein

«Dringende Aufforderung» an den Heimatschutz

Danach verlas er eine an die Adresse des Heimatschutzes gerichtete «dringende Aufforderung»: «Aufgrund der überdeutlichen Willensäusserung breiter Bevölkerungsschichten aus unserer Region» erachte es das Komitee «als Auftrag und Verpflichtung, nochmals einen dringlichen Appell an den Schweizer Heimatschutz zu richten, die Einsprache bezüglich der Bewilligung für eine neue Bahn zurückziehen».

Jürgen Hofer, Tourismusdirektor Solothurn zeigt sich begeistert über das Signal der Solothurner Bevölkerung zur neuen Seilbahn auf dem Weissenstein

Jürgen Hofer, Tourismusdirektor Solothurn zeigt sich begeistert über das Signal der Solothurner Bevölkerung zur neuen Seilbahn auf dem Weissenstein

Das langjährige Tauziehen um die Zukunft der neuen Bahn habe der Freizeitregion Grenchenberg-Weissenstein- Balmberg «wirtschaftlichen Schaden» zugefügt. So könne etwa die verkehrsmässige Erschliessung des Weissensteins nur im Sommer sichergestellt werden, wodurch die beiden Berggasthöfe und das Kurhaus Weissenstein in ihrer Existenz gefährdet seien. «Kurz: Die aktuelle Situation ist unhaltbar und harrt dringend einer Lösung».

«Unterschiedliche Einschätzungen» bei der Beurteilung einer neuen Bahn

Die «harten und unangenehmen Auseinandersetzungen betreffen alle», konterte Adrian Schmid - auch den Heimatschutz. Es gebe bei der Beurteilung einer neuen Bahn auf den Weissenstein «unterschiedliche Einschätzungen». Das zeige sich vor allem bei der Uneinigkeit der zuständigen Bundesämter. So unterstütze das Bundesamt für Kultur (BAK) die Sicht des Heimatschutzes, das Bundesamt für Verkehr (BAV) hingegen jene der Seilbahn Weissenstein AG.

«Wir leben in einem Rechtsstaat und deshalb macht es Sinn, dass das Bundesverwaltungsgericht in dieser Auseinandersetzung entscheidet.» Er werde aber, versicherte Schmid, den Appell des Solothurner Komitees dem Vorstand des Heimatschutzes übermitteln.

Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz zur symbolischen Übergabe der Unterschriften für eine neue Seilbahn auf dem Weissenstein

Adrian Schmid, Geschäftsleiter Schweizer Heimatschutz zur symbolischen Übergabe der Unterschriften für eine neue Seilbahn auf dem Weissenstein