Es war ein Kaltstart. Und die Leute am Berg wurden «gnadenlos» gefordert, wie es Konrad Stuber formuliert. Er ist der Betriebsleiter der Gondelbahn Weissenstein. Sei es der Securitasmitarbeiter, der zuerst mal lernen musste, bei vollen Parkplätzen die Autofahrer abzuweisen. Oder der Billettverkäufer an der Kasse der Gondelbahn, der unzählige Auskünfte zu geben hatte. Oder die Servicemitarbeiterin im Kurhaus. «Neue Leute», so der Betriebsleiter, «neue Systeme und neue Abläufe, die vorher nicht geübt werden konnten.»

Und was nicht vergessen gehen dürfe: «Am 19. Dezember, einen Tag vor der Eröffnung, schlugen wir den letzten Nagel ein», erinnert Konrad Stuber an die Umstände. «Wir haben einen fantastischen Start hingelegt.»

Die fehlende Vorlaufzeit, um die neuen Systeme zu testen, sei das grösste Problem gewesen. Einmal funktionierte die Parkkasse nicht, dann blieb der Lift stecken, ein Drehkreuz wollte nicht drehen oder gestern Morgen folgte ein Betriebsunterbruch wegen eines vereisten Schalters in der Mittelstation. «Kinderkrankheiten der Technik, die gerade während der Festtage zum Problem werden können, wenn nicht gleich jeder Techniker erreichbar ist.»

Trotz Betriebsunterbruch rechnet Konrad Stuber mit 1000 Gästen, die gestern auf den Berg befördert werden wollten. Insgesamt sind es seit der Eröffnung über 30 000 Personen. Diese Zahl nennt Rolf Studer, Vizepräsident der Verwaltungsrates Gondelbahn Weissenstein AG. «Man spürte, die Leute haben richtiggehend darauf gewartet, dass die Bahn aufgeht.»

Es seien 14 aussergewöhnliche Tage seit der Eröffnung gewesen. «An einzelnen Tagen wurden wir total überrannt, immer zu den gleichen Zeiten von Mittag bis 15 Uhr.» Da habe sich auch gezeigt, was zu verbessern, justieren und optimieren sei. «Grundsätzlich sind wir aber total erfreut. Die Bahn lief in dieser Zeit wie am Schnürchen.»

Dieses Ergebnis bringe eine gewisse Ruhe beim Blick auf die Jahresrechnung, sagt Betriebsleiter Konrad Stuber. Und die Qualität soll täglich besser werden. «Es kann nicht sofort alles funktionieren. Es war ja extrem.» Einzelne Kritikpunkte versucht Stuber zu entkräften: Der Zeitpunkt, eine weitere Kasse einzurichten, sei noch zu früh. «Ja, am 1. Januar sind zwischendurch leere Gondeln hochgefahren. Aber nur, um den Andrang im Nesselboden auffangen zu können.»

Auch weitere Schlitten werde man noch nicht anschaffen. Die 250 Schlitten wurden an Spitzentagen dreimal genutzt. «Heute ist die Schlittelbahn bereits wieder geschlossen. Wird es in diesem Jahr wieder schneien? Lohnt sich die Anschaffung weiterer Schlitten?»

Verlierer wohnen in Oberdorf

Es gibt sie auch; die Verlierer des Massenandranges. Sie wohnen in Oberdorf und können ein Lied singen von Parkplatz suchenden Autofahrern. Oberdorfs Gemeindepräsident Patrick Schlatter will im Moment keine Stellung nehmen. «Ich kann die Situation nicht abschliessend beurteilen und will zuerst alle Informationen einholen», hält er sich zurück.

«Wir haben vier Parkplätze. Die sind innert Kürze gefüllt, dann müssen wir die Autofahrer zurückkomplimentieren», erklärt Rolf Studer. Am 1. Januar sei schon am Mittag per Radio zur Parkplatzsituation informiert worden. Der Parkdienst habe, nachdem die Parkplätze voll waren, die entsprechende Signalisation vollzogen. «Das muss sicher optimiert werden.» Er ist aber überzeugt, dass auch ein Parkleitsystem die Autofahrer nicht davon abhalten würde, einen Parkplatz zu suchen.

«Jetzt testen wir im Rahmen der Abmachungen das System, und dann gehen wir über die Bücher. Es war zu erwarten, dass in diesen ersten 14 Tagen das System überlastet sein wird.» Er freue sich in erster Linie über den Betriebserfolg. Aber: «Es tut uns natürlich leid, dass das Verkehrsaufkommen zu Ärger führt. Nur, wenn innerhalb kurzer Zeit alle kommen, gibt es ein ‹Gnosch›.»

Im Rahmen ihrer Patrouillentätigkeit ist der Kantonspolizei nichts aufgefallen. «Ansonsten werden wir nur aktiv, wenn wir gerufen werden», erklärt Melanie Schmid, Kommunikation und Medien Kantonspolizei. Dies war während der Festtage am Neujahrstag der Fall. «Es gab einen grossen Andrang beim Weissenstein. Wir waren vor Ort, es blieb aber ruhig.»

Konrad Stuber appelliert an die Vernunft der Autofahrer. «Da steckt oft das Problem. An solchen Tagen ist auf allen Bergen der Andrang riesig. Irgendeinmal sind die Parkplätze besetzt.»